Rein vom Wortgebrauch her ist Deine Frage falsch gestellt, denn zumindest rechtlich gesehen ist eben jeglicher sexuelle Kontakt zwischen einem Erwachsenen und einem Kind immer "Missbrauch". Du möchtest aber sicher eher wissen, ob sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern immer schädlich sind, oder zumindest negative Auswirkungen auf ein Kind haben, so wie es häufig postuliert wird. Leider ist das Thema ungeheuer komplex, und es ist fast unmöglich, sachlich darüber zu diskutieren, ohne dass allenthalben die Emotionen hochkochen, egal auf welcher Seite die Diskutierenden stehen.
Meiner Meinung nach kann man hier jedenfalls keine pauschale Aussage treffen, sondern muss immer im Einzelfall abwägen. Es gibt einfach viel zu viele Faktoren, die in die ganze Sache hineinspielen, und man kann eigentlich unmöglich voraussagen, welchen Effekt solch ein sexueller Kontakt langfristig hat. Meiner Meinung nach sind sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht per se schädlich, und diese Meinung habe ich auch immer vertreten, egal ob hier im GLF, auf GSA, oder sonstwo. Es ist unsinnig, anzunehmen, dass das, was zwischen zwei Erwachsenen unproblematisch ist, plötzlich verheerende Auswirkungen hat, nur weil jemand noch nicht 14 (oder 16, oder 18) Jahre alt ist.
Kinder sind ebenso sexuelle Wesen wie Erwachsene, und Menschen lernen ihr Leben lang hinzu, machen neue Erfahrungen, bewerten Situationen, und schauen auf vergangene Ereignisse zurück und interpretieren diese wieder neu. Es ist natürlich klar, dass zwischen Kindern und Erwachsenen ein großes Gefälle hinsichtlich Wissen und Entscheidungsfähigkeit besteht. Insofern sollte klar sein, dass ein Erwachsener stets die Verantwortung trägt, weil ein Kind diese eben nicht oder nur sehr unzureichend übernehmen kann. Daher wird ja auch immer wieder angeführt, dass ein Kind nicht wirklich "einvernehmlich" handeln kann, weil ihm schlichtweg die Erfahrung fehlt, um "informierte" Entscheidungen zu treffen.
Schauen wir uns also Dein Beispiel einmal genauer an: Das Kind initiiert von sich aus eine sexuelle Handlung, ohne dass der Erwachsene in irgendeiner Forum auf das Kind eingewirkt hätte, es nicht dazu animiert, und auch nicht anleitet, keine Gegenleistung erwartet und durch sein Verhalten auch nicht deutlich macht, dass ihn die initiierte Handlung sexuell erregt. Die Schwierigkeit bei der Sache ist, wie will man so eine Handlung bewerten? Ist das Kind einfach nur neugierig, oder ist die Handlung sexuell motiviert? Möchte das Kind seine Triebe befriedigen, oder möchte es den Erwachsenen gar animieren, sich darauf einzulassen? Sicher, man könnte das Kind nun einfach fragen, aber ob die Antwort den Tatsachen entspricht ist, weiß man auch nicht unbedingt.
Nun kommen leider noch viele andere Dinge ins Spiel, welche die Sache zusätzlich verkomplizieren: Rein vom Gesetz her ist es eine illegale Handlung, da kann man die Sache drehen und wenden, wie man will. Die Moralvorstellungen der Gesellschaft sind diesbezüglich auch eindeutig, solch eine Tat ist stets als verwerflich anzusehen. Diese Einstellungen werden natürlich auch immer einen Einfluss darauf haben, wie ein Kind die Ereignisse im Rückblick bewertet. Zusätzlich gibt es den Druck von außerhalb, sollten Dritte von solchen Sexualkontakten erfahren. Und selbst für den Fall, dass es keine Beeinflussungen gibt, könnte das Kind die Sache später negativ bewerten, aus welchen Gründen auch immer. Allein schon die Tatsache, dass Sexualität in der Regel etwas sehr intimes ist, was man nur mit sehr wenigen Menschen teilt, macht es eben zu einem bedeutenden Faktor in der Selbstwahrnehmung.
Gefahren drohen also von mehreren Seiten, so dass es letztendlich kaum möglich ist, derartige sexuelle Kontakte mit gutem Gewissen als problemlos zu betrachten, auch wenn die objektive Betrachtung
eigentlich zum Ergebnis haben müsste, dass man hier nicht zwangsläufig von "Missbrauch" reden kann. Daher stimme ich den Meinungen zu, dass das Risiko, so eine sexuelle Handlung durchzuführen, praktisch immer viel zu groß ist, eben weil man niemals absehen kann, was alles "schiefgehen" kann. Von daher ist die Gesetzgebung diesbezüglich auch gut und sinnvoll, denn insgesamt betrachtet gibt es eben zu viele negative Einflüsse. Das ist analog zu vielen anderen Gesetzen, die dazu erschaffen wurden, verschiedenste Gefahren abzuwenden, um den Umgang miteinander möglichst sicher zu gestalten. Man kann das eben nicht genau an etwas festmachen, jeder der oben angesprochenen Punkte und auch noch andere, welche ich nicht genannt habe, oder an die ich vielleicht gar nicht gedacht habe, können relevant sein.
Ich nehme auch nicht für mich heraus, zu behaupten, ich wüsste, welche Einstellung "die richtige" ist, und dass andere falsch liegen und dass es deren Agenda ist, jemanden auf ihre Seite zu ziehen. Genauso unsinnig ist es, andere mit gewissen Attributen oder Begriffen zu belegen und sie so in einem negativen Licht dastehen zu lassen. Keiner von uns hat die Weisheit mit Löffeln gefressen. Für mich als pädophiler Mensch steht das Wohlergehen des Kindes jedenfalls immer an erster Stelle. Und ich sehe es als meine Verantwortung an, das Kind vor allem Unbill, egal aus welcher Richtung, zu schützen. Ich habe einen Wissens- und Erfahrungsvorsprung vor dem Kind, und diesen sollte ich nutzen, um das Kind vor negativen Einflüssen zu bewahren.
Letztendlich muss ich also entscheiden, was gut und richtig ist, und dazu alle mir bekannten Faktoren in die Entscheidungsfindung einbeziehen, weil es keine definitive Antwort auf die Frage gibt. Konkret bedeutet das eben, dass unter den gegebenen Umständen der Verzicht die sinnvolle Wahl ist. Das ist für mich auch keine Einschränkung, denn selbst wenn es bedeuten würde, dass sowohl das Kind als auch ich auf etwas, das für uns beide angenehm sein könnte, geht man damit doch vielen Problemen aus dem Weg, egal ob die nun von außen kommen oder durch eine Änderung der eigenen Einstellung ausgelöst werden. Aber nichts im Leben ist absolut, außer vielleicht die Tatsache, dass wir alle irgendwann mal sterben müssen. Es gibt immer eine Möglichkeit, auf einem anderen Weg Erfüllung zu finden, man muss eben offen dafür sein. Nutzen wir also die Chance, einen Weg zu finden, mit dem alle zufrieden sind.
