Stellungnahme zu den Diskussionen um Ersatzmaterialien

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Stellungnahme zu den Diskussionen um Ersatzmaterialien

Beitrag von GSA-Team »

Liebe Nutzer:innen,

in den letzten Wochen gab es im Forum häufig Diskussionen über sogenannte "Ersatzmaterialien". Es wurde über virtuelle "Kinderpornografie", Puppen, Gesetze und KTW gesprochen. Die Debatten waren teils idealistischer und teils ideologischer Art. Wir verstehen, dass sich im Ruf nach solchen Ersatzmaterialien ein Wunsch und auch ein Leiden äußern. Uns ist bewusst, dass die Diskussion der o.g. Themen deswegen auch zur Selbsthilfe gehört. Allerdings nahm diese Diskussion in der letzten Zeit sehr großen Raum im Forum ein. Manchmal war dieser Raum so groß, dass wenig Platz für andere Nutzer:innen und deren Sorgen vorhanden war. Die oft erhitzte Stimmung griff auch auf andere Gespräche über und schreckte manche ab. Mindestens ein Nutzer hat unser Forum in Folge der Diskussionen um Ersatzmaterialien vorerst verlassen.

Wir als Team leiten dieses Forum im Sinne unseres Vereins Schicksal und Herausforderung e.V. als ein Selbsthilfeforum. Darüber hinaus setzen wir uns für die Entstigmatisierung der Pädophilie ein, möchten aufklären und dadurch die nicht-pädophile Mehrheit der Menschen erreichen. Schicksal und Herausforderung e.V. war nie ein politisches Instrument zur Änderung von Gesetzen und soll es auch nicht werden. In erster Linie sind wir für die Menschen da und stellen Informationen zur Verfügung. Durch unsere Mitarbeit an diversen Studien und Medienbeiträgen hat unser Verein an Bekanntheit gewonnen. Nicht nur in journalistischen-, sondern auch in wissenschaftlichen Kreisen. Auch deshalb sehen wir uns in der Verantwortung, zu den aktuellen Diskussionen im Forum Stellung zu beziehen.

Wir möchten euch mitteilen, dass wir als Verein eine andere Position zur (Wieder-)Legalisierung von fiktiver Kinderpornografie haben als einige von euch. Wir glauben, dass die Forderung nach solchen Materialien/Medien viele Probleme verursachen- und unsere Situation in der Gesellschaft verschlechtern würde. Es besorgt uns, dass solche Positionen mit SuH als Verein in Verbindung gebracht werden könnten. Wir sehen zwar das Bedürfnis einiger nach Medien, welche die ohnehin sehr eingeschränkte Sexualität von uns Pädophilen vielfältiger machen können, sehen auf der anderen Seite aber auch die Erfordernisse des Kinder- und Jugendschutzes und nehmen diese ernst.

Die Erinnerung an die Pädophilenbewegung der 1970/80er Jahre ist (zum Glück) sehr wach, die Gesellschaft und ihre Institutionen sind aktuell noch mit der Aufarbeitung dessen beschäftigt, was in dieser Zeit geschehen ist und zugelassen wurde. Pädophile Gruppen haben damals versucht, das gesetzliche Schutzalter zu senken durch politische Einflussnahme und Unterwanderung von Institutionen. Es kam zu vielen Missbrauchstaten unter dem Mantel der "Liebe zu Kindern" und eines behaupteten "sexuellen Selbstbestimmungsrechts von Kindern".

Die heutige Stigmatisierung haben wir unserer Auffassung nach sehr wesentlich den Pädo-Vereinen, -Gruppen und -Organisationen vor unserer Zeit zu verdanken. Wenn wir uns die Vorstudie der Berliner Aufarbeitungskommission anschauen, dann stellen wir fest, dass darin Schicksal und Herausforderung e. V. kein einziges Mal genannt wird. Das liegt daran, dass, was uns angeht, nichts aufgearbeitet werden muss. Wir unterscheiden uns fundamental von jenen, die unter dem Deckmantel der sexuellen Befreiung für ihre egoistischen pädosexuellen Positionen eingetreten sind. Und wir wissen auch, dass ihr anders seid.

Dennoch halten wir die von einigen im Forum erhobene "Forderung nach Ersatzmaterialien" für derzeit nicht gesellschaftlich vermittelbar oder gar im Einklang mit dem Kinder- und Jugendschutz umsetzbar. Eine heutige Forderung nach Ersatzmaterialien würde die vor Jahrzehnten gesäte Saat der Vorurteile wieder zum Blühen bringen und Erfolge im Kampf für Entstigmatisierung aus den letzten Jahren gefährden. So sehr wir wissen, dass Pädophilie und sexualisierte Gewalt gegen Kinder zwei verschiedene Dinge sind, so sehr ist uns doch auch bewusst, dass unsere Stigmatisierung nicht ausschließlich eine Folge medialer Berichterstattung ist, sondern auch eine Folge vergangener und heutiger Verbrechen. Diese Vergangenheit anzuerkennen, mutig und entschlossen die Gegenwart zu bestreiten und gemeinsam in die Zukunft gehen, um der Gesellschaft zu zeigen, dass wir uns unterscheiden und dass man differenzieren muss – dass pädophil sein nicht automatisch Täter sein bedeutet –, so lässt sich das Ziel von SuH e.V. zusammenfassen. Verklärte Blicke auf die Vergangenheit und unklare Haltungen bringen uns nicht weiter.

Uns ist es wichtig, mit diesem Text klarzustellen, wie wir als Team darüber denken. GSA wird weiterhin ein Ort für alle bleiben, die sich gegen sexuelle Interaktionen mit Kindern aussprechen. SuH bietet euch Raum für Diskussionen und Austausch, bei dem im Rahmen der Regeln des GSA-Forums alle Meinungen Platz haben sollen. In diesem Rahmen darf also auch über Ersatzmaterialien und das Pro und Contra der Forderung nach Legalisierung diskutiert werden. Wir als Verein werden uns allerdings nicht aktiv für die Legalisierung von Ersatzmaterialien einsetzen.

Euer GSA-Team
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