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Zidane
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Re: Interessante Artikel

Beitrag von Zidane »

Ich bin kein Freund des Focus, aber der eine oder andere interessante Artikel findet sich auch dort.
Gina Louisa Metzler hat geschrieben: Eltern lieben ihre Kinder. Sie wollen, dass sie glücklich sind, dass es ihnen einmal besser geht. Dafür tun Eltern alles.

Das Problem ist jedoch, dass all diese guten Absichten auf den Vorstellungen der Eltern beruhen: ihren Vorstellungen von Glück, ihren Vorstellungen von Erfolg.

Sie möchten, dass ihr Kind sich höflich und aufmerksam verhält, gut in der Schule ist, adäquaten Freizeitbeschäftigungen nachgeht. Sie wollen, dass es beliebt ist. Sie beschützen ihre Kinder, wo sie nur können. Sie greifen in ihr Leben ein.

[...]

Hüther hat eine sehr klare Antwort darauf, was Kinder brauchen, um glücklich zu sein:

"Ein Kind muss spüren, dass es so wie es ist richtig ist. Dass es um seiner selbst willen und bedingungslos geliebt wird. Das ist die wichtigste Erfahrung, die jedes Kind braucht"*, sagte Hüther FOCUS Online.

Die meisten Eltern sind an dieser Stelle vermutlich überzeugt, dass ihr Kind diese Erfahrung gemacht hat. Jeder würde wohl von sich behaupten, dass er sein Kind bedingungslos liebt.

Aber stimmt das wirklich? Hüther ist anderer Meinung.

"Es gibt ganz wenige Kinder auf der Welt, die das Glück hatten, um ihrer selbst willen geliebt zu werden. Und diese Kinder zeichnen sich alle dadurch aus, dass sie sich nicht anstrengen müssen in der Welt, um Bedeutsamkeit zu erlangen", so Hüther.

Kinder sind dann am glücklichsten, wenn sie nicht das Gefühl haben, sich anstrengen zu müssen, um von ihren Eltern geliebt zu werden.
[...]

Was im Gehirn von Kindern passiert, die nicht bedingungslos geliebt werden

Der Schmerz ist sogar so groß, dass er noch im Gehirn von Erwachsenen nachgewiesen werden kann.

Bringt man erwachsene Männer in einem Computertomographen in eine Situation, in der sie sich ausgeschlossen fühlen, wird ein bestimmter Bereich im Gehirn aktiviert. Und zwar der Bereich, der auch aktiviert wird, wenn man ihnen körperliche Schmerzen zufügt.*

Kinder, die spüren, dass sie nicht so geliebt werden, wie sie sind, empfinden also im Grunde sehr großen Schmerz. Der Moment, in dem Kinder ihre Unbeschwertheit verlieren.

[...]
(*= von mir hervorgehoben)
"Wenn zwei Menschen immer dasselbe denken, ist einer von ihnen überflüssig!" - Winston Churchill (1874 - 1965)
"Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln." - Astrid Lindgren (1907 - 2002)

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Zidane
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Beitrag von Zidane »

Männer haben nur ein halb so großes Risiko an Depression zu erkranken wie Frauen. Als bedeutsamste Risikofaktoren für Männer gelten frühere depressive Episoden sowie finanzielle, arbeitsbezogene und juristische akute Stressbelastungen.

Männer, die eine Depressionen entwickelt haben, zeigen neben den typischen Symptomen dieser Erkrankung, wie Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit oder Antriebsmangel, auch bestimmte geschlechtsspezifische Ausprägungen der Erkrankung. Dabei können Reizbarkeit und Aggressionen sowie mitunter auch antisoziale Züge im Vordergrund stehen. „Depressive Männer kompensieren ihre Erkrankung oft unbewusst eine Zeit lang. Das ist mit großer Anstrengung verbunden, die dann schnell in Gereiztheit, leichte Irritierbarkeit und impulsives Verhalten umschlagen kann“, meint Dr. Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. „Erkrankungsbedingt haben sie eine niedrige Stress-Toleranz und neigen dann manchmal zu übersteigerten emotionalen Reaktionen sowie auch Wut und Zorn.“ Im Nachhinein empfinden Betroffene ihr Verhalten zumeist selbst als unpassend oder übertrieben. Sie bereuen ihren Wutausbruch und bedauern ihr Verhalten. Allgemeine Unzufriedenheit mit sich selbst und dem eigenen Verhalten sind wiederum typische Symptome bei einer Depression.
Ja, da finde ich mich in einiges wieder. :(
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Caspar Ibichei
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Beitrag von Caspar Ibichei »

Zidane hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 09:37
... Das ist mit großer Anstrengung verbunden, ...
... und raubt Kraft, die dringend woanders benötigt wird. :(
Georg, >60 ● Präferenz: wbl 8-12, mnl 6-10 caspar-ibichei@gmx.de
„Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.“ (Che Guevara)

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Zidane
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Beitrag von Zidane »

Veronika Kracher hat geschrieben:Während seiner Morde offenbart der Tatverdächtige von Halle, welche rechtsextremen Vorbilder er hat - und ein Bild von gekränkter Männlichkeit.
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Zidane
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Beitrag von Zidane »

Thomas Saum-Aldehoff hat geschrieben:Schlechter Schlaf ist ein Massenleiden. Jede dritte Person klagt über Probleme mit dem Ein- und Durch­schlafen und jede zehnte erfüllt die Kriterien einer Insomnie, einer klinischen Schlafstörung. Doch auch wenn die Symptome – langes Wachliegen am Abend oder in der Nacht – bei allen ähnlich sind, ticken dies schlafgestörten Menschen offenbar ziemlich unterschiedlich. So sind Therapien, die bei dem einen gut anschlagen, bei der anderen wirkungslos und um­gekehrt. Um das Verständnis und die Behandlung zu verbessern, haben niederländische Forscher nun einen großangelegten Versuch unternommen, etwas Struktur in die Einheitsdiagnose zu bringen. Sie werteten dazu Dutzende von Fragebögen zu Schlaf, Lebensgeschichte, Persönlichkeit und vielem mehr aus, die 4322 Besucher der Onlineplattform Netherlands Sleep Registry beantwortet hatten. Zusätzlich nahmen manche der Probanden an klinischen und hirnphysiologischen Studien teil.
[...]

1 Die Depressiven
Diese Menschen – sie stellen 19 Prozent der Schlafgestörten – trifft es am härtesten. Sie zeigen durchweg hohe Werte von psychischem und physiologischem Stress: Ihr Körper ist stetig in Aufruhr, sie sind oft niedergeschlagen, neigen zum Grübeln und haben kaum Lebensfreude und Lebensqualität. [...]

2 Die Empfindsamen
Personen dieser Kategorie, die knapp ein Drittel der Schlafgestör­ten ausmachen, empfinden ebenfalls viel inneren Aufruhr. Darin ähneln sie Typ 1. Der Unterschied: Ihr Depressionsrisiko ist dreimal geringer. Diese Menschen neigen nämlich nicht per se zu dunklen Emotionen, sie sind durchaus empfänglich für Freude und angenehme Gedanken. Doch sie sind außerdem sehr dünnhäutig, reagieren rasch besorgt auf alarmierende Vorfälle oder Konflikte.[...]

3 Die Traumatisierten
Ein hyperreaktives Nervensystem scheint das besondere Kennzeichen jener 20 Prozent der Schlafgestörten zu sein, die auf diesen Typ entfallen. Sie werden ungewöhnlich stark mitgenommen von belastenden Lebensereignissen wie etwa einer Trennung, einer Krankheit, einem Umzug. Noch lange danach ist ihr Schlaf gestört. Überhaupt reagiert ihr Organismus hochgradig sensibel auf beunruhigende Signale aller Art, selbst auf harmlose Reize.[...]

4 Die Betrübten
Diese Leute – 15 Prozent der Stichprobe – sind nicht von vornherein so ruhelos und besorgt wie Menschen vom Typ 1. Doch wenn dunkle Gedanken ihnen den Schlaf rauben, haben sie ihnen wenig Helles entgegenzusetzen, denn intensive Empfindungen von Freude, Lebensmut, Vergnügen, Lust sind ihnen weitgehend fremd. „Positiver Affekt“ ist bei ihnen spärlicher ausgeprägt als bei jedem anderen Typ, und gemessen an der Kontrollgruppe trennen sie Welten von einem Normalmaß an Lebensfreude.[...]

5 Die Abgestumpften
Dieser Typus ist wohl am schwersten zu fassen. Denn diese Personen – 15 Prozent der Schlafgestörten – fallen eher durch die Abwesenheit von Symptomen und Besonderheiten auf. Sie sind „wenig reaktiv“: Ihr gleichbleibend schlechter Schlaf verschlimmert sich kaum nach einschneidenden Lebensereignissen. Sie werden selten von Albträumen behelligt, neigen nicht zum Grübeln, Kindheitstraumata sind rar. Sie sind wenig aktiv, wenig leidenschaftlich, häufig erschöpft. Es mangelt ihnen an Freude und emotionaler Resonanz – und genau da könnte eine Therapie ansetzen.[...]
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Beitrag von Zidane »

Spiegel Online hat geschrieben:Der private Besitz von Bildern und Videos von sexuellem Kindesmissbrauch - selbst in geringer Menge - sind mit dem Lehrerberuf unvereinbar. Das hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig entschieden (AZ: BVerwG 2 C 3.18 und BVerwG 2 C 4.18). Für zwei Berliner Pädagogen führt das Urteil zum Verlust des Arbeitsplatzes.

[...]

Marina Hennersdorf, die das Land Berlin vertrat, freute sich über die Entscheidung: "Ich glaube, das entspricht der Rechtsprechung unserer Zeit", sagte sie. "Ich bin sicher, dass hinter jeder Herstellung von kinderpornografischem Material sexuelle Gewalt steht."

Auch Kathrin Wiencek, Vorsitzende des Philologenverbandes Berlin-Brandenburg, lobte das Urteil. "Ich bin der Meinung, dass so jemand im Schuldienst zum Schutz der Kinder und zu seinem eigenen Schutz nichts verloren hat."
Naja, ...
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Beitrag von Zidane »

Gabriele Scherndl hat geschrieben:Der Verein bietet an, dass Erwachsene in Einrichtungen kommen, um mit den Kindern zu spielen und zu rangeln. In Deutschland gibt es sechs Fälle, in denen Missbrauch vorgeworfen wird

Wien – Die Vorwürfe gegen Original Play wiegen schwer: Das ARD-Magazin "Kontraste" berichtete von sechs Verdachtsfällen gegenüber dem Verein in Zusammenhang mit Missbrauchsfällen in Berlin und Hamburg im Jahr 2018. Die Ermittlungsbehörden hätten die Verfahren aber nach kurzer Zeit eingestellt, weil die Kinder zu klein waren, den Eltern nicht geglaubt worden sei oder Ermittlungsfehler gemacht worden sein sollen.

[...]

Experten kritisieren das heftig: "Für mich ist das eine Einladung zur Übergriffigkeit an Kindern", sagte etwa die Trauma-Expertin Michaela Huber dem ARD-Magazin. Der in Salzburg tätige Kinderpsychiater Karl-Heinz Brisch forderte rechtliche Konsequenzen: "Dieser Verein müsste sofort verboten werden, weil er in einer hochkritischen, undifferenzierten Weise Körperkontakt in einer geschützten Situation im Kindergarten zu Kindern sucht – und das in einer vollkommen unkontrollierten Art und Weise."

[...]

Der Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde, Christian Morawek, sagt auf STANDARD-Nachfrage, dass er am Freitag, also am Morgen nach Aufkommen der Vorwürfe, sofort die Zusammenarbeit mit dem Verein beendet hat. Man habe zehn Jahre in drei oder vier Kindergärten immer wieder zwei Menschen – eine Hortpädagogin und einen Kindergartenpädagogen – von Original Play für Kurse da gehabt, sagte Morawek. "Es ist bei uns aber wie bei allen externen Angeboten Standard, dass eine vertraute Person von uns dabei ist."

Der Direktor einer Vorarlberger Volksschule, auch dort war Original Play aktiv, gab gegenüber dem STANDARD an, Fred Donaldson, der Gründer von Original Play – er spielt nach eigenen Angaben seit 1970 mit unzähligen Menschen jeden Alters und mit freilebenden Tieren –, selbst sei vor vier, fünf Jahren an der Schule gewesen, um mit Kindern und Erwachsenen zu spielen. "Das war eine sehr positive Erfahrung", sagt der Direktor, "da waren 30 Kinder und fünf Lehrer, für uns war das damals total unbedenklich."

Die Wiener Caritas bestätigt, dass es in einer Einrichtung einen Einsatz von Original Play gab, dieser sei schon zwei Jahre her und ohne "besondere Wahrnehmungen", wie ein Sprecher sagt. In einer anderen Einrichtung der Wiener Caritas soll es laut Original Play ebenfalls Einsätze gegeben haben, wovon man bei der Caritas Wien wiederum nichts wusste.
So kann aus einer guten Idee, weil es wohl einzelne Fehler gab, ein Problem werden, dass nun undifferenziert verboten werden muss. Danke liebe "Kinderschützer"!
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Beitrag von Zidane »

Was ich hier fragwürdig halte, ist nicht das Konzept an sich, sondern die Kritik daran.
Gabriele Scherndl hat geschrieben:Die Ermittlungsbehörden hätten die Verfahren aber nach kurzer Zeit eingestellt, weil die Kinder zu klein waren, den Eltern nicht geglaubt worden sei oder Ermittlungsfehler gemacht worden sein sollen.
So, wie der Satz hier steht, ist es keine Unschuldsvermutung, sondern eher eine Vorverurteilung. Es war nichts nachzuweisen. Aber nicht, weil evtl. nichts passiert wäre, sondern weil von den Opfern nichts herauszubekommen ist. Aber hier zeigt sich schon, dass ein unbegründeter Verdacht doch ausreicht!
Experten kritisieren das heftig: "Für mich ist das eine Einladung zur Übergriffigkeit an Kindern", sagte etwa die Trauma-Expertin Michaela Huber dem ARD-Magazin.
Und weil es für sie so ist, glauben jetzt alle vermeintlichen "Kinderschützer", dass wohl jeder Körperkontakt zwischen Erwachsenen und Kindern eine Einladung sei. Eltern ja, aber doch keine "fremden" Menschen. Und es wird vergessen, dass der größte Teil der sexuellen Gewalt an Kindern gerade in Familien stattfindet.
Der in Salzburg tätige Kinderpsychiater Karl-Heinz Brisch forderte rechtliche Konsequenzen: "Dieser Verein müsste sofort verboten werden, weil er in einer hochkritischen, undifferenzierten Weise Körperkontakt in einer geschützten Situation im Kindergarten zu Kindern sucht – und das in einer vollkommen unkontrollierten Art und Weise."
Unkontrolliert? Das auch Psychiater sich zu dumm-dämlichen Aussagen hinreißen lassen, zeigt sich hier. Wenn von der jeweiligen Einrichtung Mitarbeiter dabei sind, ist das nicht unkontrolliert. Im familiären Bereich ist dies durchaus üblich. Leute die als Babysitter auf Kinder aufpassen, meine Enkel, wenn sie mich besuchen, die Kinder mit ihren Eltern, und und und.
Der Geschäftsführer der Wiener Kinderfreunde, Christian Morawek, sagt auf STANDARD-Nachfrage, dass er am Freitag, also am Morgen nach Aufkommen der Vorwürfe, sofort die Zusammenarbeit mit dem Verein beendet hat. Man habe zehn Jahre in drei oder vier Kindergärten immer wieder zwei Menschen – eine Hortpädagogin und einen Kindergartenpädagogen – von Original Play für Kurse da gehabt, sagte Morawek. "Es ist bei uns aber wie bei allen externen Angeboten Standard, dass eine vertraute Person von uns dabei ist."
Zehn Jahre ist nichts vorgefallen. Und auf dem Bericht mit den unbewiesenen Unterstellungen hin, wurde die Mitarbeit trotzdem sofort beendet. Nix, Unschuldsvermutung!
Die niederösterreichische Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) ließ noch am Freitag per Aussendung vermelden, dass der Verein in Niederösterreich ab sofort nicht mehr tätig sein dürfe.
So wird nun jede verfassungsrechtliche Freiheit mit Füßen getreten.

Wohin geraten wir nun? Natürlich ist es durchaus möglich, dass solche Konzepte auch von pädophilen Menschen genutzt werden, um Körperkontakt zu Kindern zu suchen. Aber sollten wir ein ganzes Konzept verbieten? Dann dürften auch keine Erwachsenen in den Einrichtungen mit Kindern arbeiten. Denn auch dort kommt es immer wieder zu Übergriffen. Nach der Geburt, sollten die Kinder von den Eltern getrennt werden, da es auch hier nicht nur zur sexuellen Gewalt kommt. Usw usf.

Als ich als Erzieher begann, war es normal, dass Kinder gerne auf dem Schoß kamen, kuschelten und Nähe suchten. Heute rät man mir, dies mit "pädagogischen" Abstand zu unterlassen. Man könnte ja sonst was denken! Und gerade die Vorverurteilung von "Original Play" verstärkt diese weitere Stigmatisierung. Auch sehe ich die Organisation mit einem pädagogischen Auge. Denn ich weiß auch, wie wichtig es für die Kinder ist sich zu raufen. Dies aber auch sehr gerne mit Erwachsenen machen. Rangeln ist auch ein Testen, ein Erlernen der Durchsetzungsfähigkeit, Erlernen der Verteidigung.

Und die Menschen, die dieses Konzept nun mit sexuellen Übergriffen in Verbindung setzen wollen, sollte erst einmal überlegen, ob sie da nicht eigene Wünsche spiegeln, oder selber anfangen Probleme mit ihrem Kopfkino zu haben. Denen ist tatsächlich ein Kontakt zu Kindern abzuraten, weil wohl eine differenzierte Haltung nicht mehr möglich erscheint.
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Beitrag von Zidane »

Der Merkur hat geschrieben:Während eines Konfirmandenausflugs im Zeltlager Lindenbichl am Staffelsee sollen mehrere Jugendliche einen Gleichaltrigen missbraucht haben. Jetzt gibt es Details.

Update vom 30. Oktober 2019, 14.00 Uhr: Ein erschütternder Fall beschäftigt die Polizei in Landshut und Garmisch-Partenkirchen. Ein 12-Jähriger soll von mehreren 13-jährigen Jungs in einem Zeltlager am Staffelsee sexuell missbraucht worden sein (siehe Erstmeldung).

Auf Anfrage unserer Redaktion teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit, dass zu dem Fall keine Details genannt werden. Um das 12-jährige Opfer und die strafunmündigen Beteiligten zu schützen, wolle man sich nicht weiter äußern.
Polizei betonte Schutz des Opfers und der strafunmündigen Beteiligten

Ein Sprecher der niederbayerischen Polizei erklärte, dass die Kinder zwar von der Polizei befragt würden, es jedoch nicht zu einem Strafverfahren kommen werde, da die Beteiligten unter 14 Jahren und somit strafunmündig sind. Auch die Polizei Niederbayern betonte, dass keine weiteren Details genannt werden.

Dies bestätigte auch der zuständige Oberstaatsanwalt der Stadt Landshut. Es werde keine Strafverfahren geben, da es sich um Kinder handelt. Der Fall werde zwar an die Staatsanwaltschaft weitergegeben, dann aber fallengelassen.

[...]

Was in dem Zelt der Jungs, die der 12-Jährige besucht hatte, passiert ist, ist bisher unklar. Die Polizei geht jedoch von einem „schweren sexuellen Missbrauch“ aus. Der Dekan Jörg Hammerbacher bezeichnete das tragische Ereignis gegenüber dem BR als „sexualisierte Gewalt unter Kindern“.

[...]
Na, jetzt warte ich auf die ersten Stimmen, die wieder ein Herabsetzen der Strafmündigkeit fordern. Falls ich nichts überlesen habe, erstaunt es mich, dass die Boulevardpresse hier nicht sexuellen Missbrauch mit Pädophilie vermengt haben.

Wobei ich auch glaube, dass es gerade wegen den Tabus es zu solchen Handlungen kommt. Einerseits die recht offenen Informationen aus dem Internet (Pornos und dergleichen), aber dafür andererseits keine wirklichen Anlaufstellen, um diese offen zu verarbeiten. Gerade Verbote und Verschweigen sind nunmehr die Hauptauslöser solcher Handlungen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass die Kinder immer früher pubertieren und sich so ein Trieb weiterentwickelt, den durch die Normen dieser Gesellschaft nicht Rechnung getragen wird.
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Beitrag von Zidane »

SWR.de hat geschrieben:
"(Sexuelle) Gewalt und ihre Opfer" der Titel der Tagung in der psychiatrischen Klinik Nette-Gut in Andernach. Im Mittelpunkt das Thema Pädophilie und die Frage: Wie kann verhindert werden, dass Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen, übergriffig werden?

aus der Sendung vom
Mo, 4.11.2019 19:30 Uhr, SWR Aktuell Rheinland-Pfalz, SWR Fernsehen RP
Aufmerksam bin ich durch @Aiko darauf geworden.

Naja, zu "... er möchte ein Vorbild sein für andere ..." musste ich schon schmunzeln. Aber das ist doch eher eine persönliche Einschätzung von mir, da ich von ihm noch nicht wirklich was "lernen" und mitnehmen konnte.

Zum Bericht selber möchte ich sagen, dass, wie @Aiko, es andeutet, es tatsächlich nur darum geht, dass ein guter Pädo nur ein therapierter Pädo ist. Und Aussagen wie "... das Pädophilen hilft mit ihrer psychischen Erkrankung umzugehen, nicht zum Täter zu werden ..." (00.00.47), "... es ist gar nicht mal so kompliziert, weil im Prinzip ist es für mich selbstverständlich keinen Kind weh zu tun ..." (00.00.55) unterstützen diese Stigma. Im Umkehrschluss bedeutet es für mich, dass also jemand der übergriffig wurde, nicht nur krank ist, sondern auch Kindern weh tun möchte!

Danke ...
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