Wie sollte ein Arbeitskollege damit umgehen?

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Angelo
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Wie sollte ein Arbeitskollege damit umgehen?

Beitrag von Angelo » Fr 11. Okt 2019, 10:45

Liebe Community;

Vor 2 Jahren gab es einen Fall in einer Kita in Deutschland.

Ein Kita-Erzieher verlor in seiner Kita im Büro einen USB-Stick.
Eine seiner Kolleginnen fand ihn:legte ihn in den PC der Kita ein und war schockiert;denn es befand sich Kinderpornografisches Material drauf (nicht mit den Kids der Kita;sondern aus dem Netz hoch geladene)

Die Frau rief sofort die Polizei an und bei dem Kita-Erzieher wurde eine HDS(Hausdurchsuchung )gemacht.

Dieser Mann war über 24 Jahre in der gleichen Einrichtung und es hieß laut den Medien das er bei den Kinden sehr beliebt war

Nun ist er weg vom Beruf und bekam Bewährungsstrafe.Er sagte aus das er NICHT pädophil ist sondern nur aus Neugierde das Material herunterlud.

(Mir ist es eh rätselhaft warum er so einen USB Stick mit nahm an seinen Arbeitsplatz..)

Meine Fragen an Dich;an Euch:

Wie sollte man in so einem Fall als Kollege reagieren?
Ich bin kein Kita-Erzieher;aber ich hätte mit dem Kollegen zuerst mal persönlich das Gespräch unter 4 Augen gesucht

Was meint Ihr?

Lieber Gruß
Angelo

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Zidane
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Beitrag von Zidane » Fr 11. Okt 2019, 12:36

@Angelo,

du hast so viele Fragen und bist neugierig. Du beteiligst Dich sogar bei KiH. Warum meldest Du Dich nicht einfach an. Gehe bitte auch davon aus, dass es User gibt, die im öffentlichen Bereich nicht antworten wollen und/oder können. Innen bist Du sicherer, auch wenn Du etwas anderes zu hören bekommen solltest. Du kannst dann selber bestimmen, inwieweit und was Du kommunizierst.
Angelo hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 10:45
Wie sollte man in so einem Fall als Kollege reagieren?
Innerhalb einer solchen Einrichtung, in der der Kinderschutz immer harscher und offensiver betrieben wird, ist das reine Dummheit. Entschuldige bitte, aber hier sollte es klar sein, dass dies in keinem Fall funktioniert. Sollte ich mit dem Kollegen "nur" das Gespräch suchen, und später würde es rauskommen, würde dann auch ich zur Verantwortung gezogen werden.

Ich persönlich hätte den USB-Stick ohne Worte verschwinden lassen!

Gruß Zidane
"Wir machen Gesetze zum Schutz der Kinder, und fragen nicht, wie es den Kindern damit geht." - aus einem Radiointerview
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Max
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Beitrag von Max » Fr 11. Okt 2019, 15:11

Hm, über diesen Fall habe ich mir auch Gedanken gemacht. Ich denke da, wenn ich rational drangehe, auch wie Zidane. Wünschen würde ich mir aber, dass deine Lösung, Angelo, funktionieren würde. Doch muss man damit rechnen Ausflüchte zu hören, würde man das tun. Mal ganz ehrlich: selbst von uns, wer würde in einer vergleichbaren Situation nicht entweder völlig geschockt oder panisch oder aber auch berechnend versuchen von sich abzulenken? Schon allein um Zeit zu gewinnen und sich die weiteren Schritte gaaanz genau zu überlegen?

Ich persönlich denke, dass ich den Stick (je nach Mut) zunächst behalten und mich mit jemandem beraten würde, dem ich vertraue, oder der mehr Ahnung hat als ich. Dann würde ich vermutlich den Kollegen beobachten, evtl versuchen zu ermitteln, ob es wahrscheinlich scheint, dass er Kindern was tut oder getan hat, und dann je nach Ergebnis und Intuition entweder den Stick verschwinden lassen oder das ganze den jeweiligen Vorschriften entsprechend zur Anzeige bringen. So zumindest denke ich mir das gerade in meinem jugendlichen Leichtsinn.
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Angelo
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Beitrag von Angelo » Mo 14. Okt 2019, 14:19

Hallo Max sehr gute Handlungsweise!

Ich finde jedenfalls die Reaktion dieser Kollegin überstürzt
Es geht um den Fall Franco B. welcher in den Medien steht
LG
Angelo
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awiba
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Beitrag von awiba » Mo 14. Okt 2019, 14:54

Ich frage mich ob ich überhaupt die Bilder auf dem Stick angeschaut hätte.....
Ich denke ich hätte zuerstmal meine Kollegen gefragt wem der gehört.
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Zidane
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Beitrag von Zidane » Mo 14. Okt 2019, 16:18

Hallo @Angelo,

schön das Du den Weg ins Forum genommen hast. Ich hoffe, dass es Dir gut tun wird. […] Du findest innen meine Vorstellung und kannst für Dich entscheiden, ob Du näheren Kontakt haben möchtest. Zur Zeit kann ich innen nicht kommunizieren.
Angelo hat geschrieben:
Mo 14. Okt 2019, 14:19
... dieser Kollegin überstürzt ...
Nein. Dazu möchte ich Dir als ein Mitarbeiter solcher Einrichtungen sagen, dass sie den Weg gewählt hat, der erwartet wird. Natürlich hört sich es gut an, ein Gespräch zu suchen. Aber laut Gesetz, wenn ich den Stick alleine "unnötig" lange in meinem Besitz habe, riskiere ich den § 184b StGB (Verbreitung, Erwerb und Besitz von Kinderpornographie). Dieser Paragraph gilt ja schon, wenn Du beim Surfen auf KiPos stößt, da sie in Deinem Browsercache abgespeichert werden.
§184b StGB hat geschrieben:(1) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer
[...]
4. eine kinderpornographische Schrift herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält,* anbietet, bewirbt oder es unternimmt, diese Schrift ein- oder auszuführen, um sie oder aus ihr gewonnene Stücke im Sinne der Nummer 1 oder 2 oder des § 184d Absatz 1 Satz 1 zu verwenden oder einer anderen Person eine solche Verwendung zu ermöglichen, soweit die Tat nicht nach Nummer 3 mit Strafe bedroht ist.
Der Absatz 5 gilt nur für die Judikative und Exekutive.
§184b StGB hat geschrieben:(5) Absatz 1 Nummer 2 und Absatz 3 gelten nicht für Handlungen, die ausschließlich der rechtmäßigen Erfüllung von Folgendem dienen:
1. staatliche Aufgaben,
2. Aufgaben, die sich aus Vereinbarungen mit einer zuständigen staatlichen Stelle ergeben, oder
3. dienstliche oder berufliche Pflichten.
Darin sehe ich schon die größte Schwierigkeit an Eurem Weg. Du kannst ja auch gerne @David fragen.

Daher mein Einwurf. Entweder Du reagierst, wie die Kollegin, oder Du lässt den Stick ohne Worte auf Nimmerwiedersehen verschwinden. Bei allen anderen Wegen riskierst Du Deinen eigenen Job. Und ich glaube nicht, dass Du in einem solchen Fall dazu Lust hast.

*=von mir hervorgehoben

[Regel 12, Diskussion der Moderation]
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Zidane
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Beitrag von Zidane » Mo 14. Okt 2019, 18:09

awiba hat geschrieben:
Mo 14. Okt 2019, 14:54
... ich hätte zuerstmal meine Kollegen gefragt wem der gehört.
Ich spekuliere mal. Ich denke, dass sie glaubte kurz mal reinzuschauen und den/die Besitzer/in zu ermitteln. In einer Einrichtung hätte es auch einem Elternteil oder anderen Besucher aus der Tasche fallen können. Und dann evtl. bei über 100 Kindern ...
Ehrlich gesagt, ich hätte nachgeschaut, bevor ich 'zig Leute anspreche. Ich hoffe Du verstehst. :)
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LeGo
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Beitrag von LeGo » Mo 14. Okt 2019, 19:38

Angelo hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 10:45
Wie sollte man in so einem Fall als Kollege reagieren?
Ich bin kein Kita-Erzieher;aber ich hätte mit dem Kollegen zuerst mal persönlich das Gespräch unter 4 Augen gesucht
Also moralisch korrekt wäre es, dem Mann von Verschlüsselung, der Polizei, Gerichtsprozessen und so weiter zu erzählen. Dann kann er vielleicht eine für sich vernünftige Lösung finden.

Als weibliche Kollegin hat man sowieso nix zu befürchten und kann das ganze einfach wieder vergssen und fröhlich weiterarbeiten. Wenn man ein Kollege ist, ist man ab sofort Mitwisser und das kann ein großes Problem sein. Von dahergehend ist es dann sehr schwer, eine moralisch korrekte, aber trotzdem ungefährliche Variante zu finden. Eine solche könnte z.B. lauten, dass der Kollege kündigt, von da an muss man ja nicht mehr wissen, wo er weiterarbeitet.
Mehr Mädchen!
Tox: E4E16CB3A19F97B563EEF42E64C1FCDDB22910799B1FA92D465CEEA2CCB1AC3F631571A9FB0A
Threema: 3SC3PXNK

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Max
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Beitrag von Max » Mo 14. Okt 2019, 21:03

Wenn man pauschal riskieren möchte Täterschutz zu betreiben, ja. 🙄
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Bibo

Beitrag von Bibo » Mo 14. Okt 2019, 21:10

Woher nehmt Ihr eigentlich die Gewissheit da nicht einen Missbrauchstäter zu schützen?

Klar begeht nicht jeder der solche Sachen schaut Missbrauch... aber umgekehrt vermute ich dass wohl fast jeder Täter auch Missbrauchsdokumentationen konsumiert.

Durch "ein bisschen aufmerksamer sein" rauszufinden ob er es ist oder nicht halte ich für sehr naiv.

Und es gibt auch Täter, die sich beruflich zurückhalten... da ist man eh zu beobachtet... aber privat oder in anderen Kontexten missbrauchen. Vielleicht sind Kitakinder nicht sein AoA ... aver er ist ehrenamtlicher Fußballtrainer oder versucht nebenbei als Kindersitter in Familien reinzukommen?

Übernehmt Ihr dann die Verantwortung das gedeckt zu haben?

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