Seid ihr zufrieden mit den derzeitigen Hilfs- und Behandlungsangeboten?

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Yasemin66
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Seid ihr zufrieden mit den derzeitigen Hilfs- und Behandlungsangeboten?

Beitrag von Yasemin66 » Di 23. Jul 2019, 15:03

Diese Frage richtet sich ausschließlich an Menschen die selbst mit dieser Thematik konfrontiert sind. Im Zuge meiner Abschlussarbeit im Bereich Soziale Arbeit beschäftige ich mich mit dieser Thematik. In ganz Deutschland habe ich ausser dem "kein Täter werden" Projekt keine Beratungsstelle, keine präventiven Angebote gefunden.... Meine Frage ist daher seit ihr der Meinung, dass auch Beratungsstellen mit geschulten Sozialarbeitern initiiert werden sollten? Niedrigschwelligere Angebote, natürlich anonym, die helfen Hemmungen abzubauen und sich erstmals informieren zu können?

Wie sind eure Einschätzungen?


Über Antworten, Anregungen würde ich mich freuen!!
Zuletzt geändert von Dune am Do 25. Jul 2019, 20:38, insgesamt 1-mal geändert.

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GSA-Team
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Beitrag von GSA-Team » Di 23. Jul 2019, 15:34

Eine Überprüfung dieser Anfrage durch das Team hat noch nicht stattgefunden.

Wer erlauben will, dass seine Beiträge hier in diesem Thread von Yasemin verwendet werden sollte das ausdrücklich in seinem Beitrag sagen.

Aiko
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Beitrag von Aiko » Di 23. Jul 2019, 15:47

Wozu auch "präventive" Projekte?

Kannst du bitte mehr von dir und deiner Arbeit erzählen? Ich denke so könnte man noch viel differenzierter auf dich eingehen.

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Zidane
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Beitrag von Zidane » Di 23. Jul 2019, 20:37

Yasemin66 hat geschrieben:
Di 23. Jul 2019, 15:03
Wie sind eure Einschätzungen?
In diesem Fall, wenn es nur um geschulte Sozialarbeiter geht, sehe ich wegen der fehlenden Schweigepflicht tatsächlich ein Problem. Allein wenn ich mich als pädophiler Erzieher hinwende, würde ich das Risiko haben, dass bei Überlegungen "zum Schutz der Kinder" mein Arbeitgeber informiert wird. Nein, ich finde es keine gute Idee.

Diese Idee könnte in einem psychotherapeutischen Rahmen funktionieren, so wie es Sozialarbeiter bei der kTw gibt.

Mein Beitrag darf verwendet werden. ***kritzel***
"Die meisten Menschen haben vor einer Wahrheit mehr Angst als vor einer Lüge" - Ernst Ferstl (1955)
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Gregor Samsa
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Beitrag von Gregor Samsa » Di 23. Jul 2019, 21:20

Sagen wir einfach das es Stellen gibt die Abgesehen von kTw auch mit Pädophilen arbeiten.

Doch die meisten von denen werben dafür nicht öffendlich (aus wohl verständlichen Gründen) daher wird es wohl auch nicht in deren Sinne sein sich in dieser Arbeit wieder zu finden.

Ja, es wäre mit Sicherheit gut, wenn es mehr Anlaufstellen geben würde, nur muss ich sagen das mir der Zusammenhang nicht ganz klar wird.
Die wenigsten Stellen die mit Pädophilen arbeiten die noch keine Straftäter geworden sind werden dir wirklich viel Auskunft dadrüber geben- oder sagen wir einfach es würde mich stark wundern.
Ich bin pädophile und noch viel mehr als das...

"Hätt‘ ich des Himmels bestickte Kleider,
Durchwirkt mit goldnem und silbernem Licht,
Die blauen, matten und dunklen Kleider,
Der Nacht, des Tags und des halben Lichts,
Ich legte sie zu deinen Füßen aus:
Doch ich bin arm, hab nur meine Träume,
Die legte ich zu deinen Füßen aus,
Tritt sanft, du trittst ja auf meine Träume." W.B. Yeats

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Mascha
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Beitrag von Mascha » Di 23. Jul 2019, 22:37

Es wurde jüngst von jemand in Österreich eine Abschlussarbeit zu genau diesem Thema geschrieben.
Derjenige hat auch Leute von GSA interviewt.
Guilian Heine hieß er glaube ich hier im Forum.

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Caspar Ibichei
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Beitrag von Caspar Ibichei » Di 23. Jul 2019, 23:41

Yasemin66 hat geschrieben:
Di 23. Jul 2019, 15:03
... In ganz Deutschland habe ich ausser dem "kein Täter werden" Projekt keine Beratungsstelle, keine präventiven Angebote gefunden....
Hallo Yasemin, (ok, gerne auch 66)
mich wundert, das Aiko es bei der einen, kurzen Frage gelassen hat. (Tschuldigung, Aiko.)

Also, als "Beratungsstelle" kann man durchaus noch die AGPD (Arbeitgemeinschaft Pädophilie Düsseldorf) und ITP-arcados nennen. Auch vereinzelte Männerberatungsstellen (z.B. man-o-mann, Bielefeld) und Famielienberatungsstellen bieten da erste Unterstützung an.
"präventive Angebote" ... meintest du "alternative Angebote"?
"präventiv", vorbeugend, ...
Bei KTW bezieht sich das auf vorbeugenden Kinderschutz. Dem Namen nach ist das Dunkelfeldprojekt primär also dem Kinderschutz zuzuordnen.
Und da sollte dann auch BIOS-BW (Behandlungsinitiative Opferschutz) nicht unerwähnt bleiben.

Konkret ging es dir um niederschwellige Angebote, und dort sehe ich in der Tat noch einen Riesenbedarf.
Wir haben hier einige Menschen, die sich Anfangs gar nicht sicher waren/sind, ob sie nun überhaupt pädophil sind.
Vorurteilsfreie, nicht-stigmatisierende Diagnosestellen könnten hier schon hilfreich sein. Stellen, die wünschenswerterweise auch gleich noch ein paar regionalnahe Therapieangebote für Menschen mit diesbezüglichen Problemen haben.

Niederschwellig ..., das klingt gut, ist aber noch ein paar Meilensteine von der erlebbaren Realität entfernt.
Helfen könnte da schon, wenn sachlich und faktisch besser aufgeklärt würde. Wenn endlich die Pädophilie von Sexualstraftaten getrennt gehalten würde.
Wenn diese Aufklärungsarbeit auch bei den Kräften im sozial tätigen Bereich stattfinden würde. (Würde, würde, die Würde des Menschen ..., sorry, off topic.)

Wenn du also in deiner Abschlussarbeit über das Thema "Pädophilie" bzw. "Hilfe durch Sozialarbeit für pädophil empfindende Menschen" schreibst, trägst auch du einen Teil der Verantwortung für Stärkung oder Minderung des Stigmas.
Georg, >60 ● Präferenz: wbl 8-12, mnl 6-10 caspar-ibichei@gmx.de
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Yasemin66
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Beitrag von Yasemin66 » Mi 24. Jul 2019, 04:05

Hallo, danke schonmal für die Antworten!!

Um etwas näher zu erläutern. Der Name meiner Arbeit lautet "Kein Täter werden"- Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten in der präventiven Sozialarbeit mit pädosexuellen Menschen.
Die Soziale Arbeit bezeichnet sich selbst als Menschenrechtsprofession - versucht demnach die Würde des Menschen zu wahren Diskriminierung aufgrund von vielen Faktoren unter anderem Sexualität zu verhindern und den Klienten in ihrem Lebenswelt Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten... grob runtergebrochen für mich zentrale Punkte meiner Ausarbeitung.. In der Arbeit mit pädosexuellen Menschen kann eine präventive Zusammenarbeit natürlich immer nur in Verbindung mit dem Schutz der Rechte von Kindern etc gesehen werden. In meiner Arbeit möchte ich ausdrücklich nicht über die "potentielle Opferseite" referieren sondern versuchen geschichtlich, gesellschaftlich, juristisch aufzuarbeiten , Hemmungen und vorhandene Stigmata und die meist vorgefertigte Meinung von Täterschaft per se abzubauen. Ich glaube, dass die Soziale Arbeit, im Gegensatz zu medizinischen, klinischen dünn gesäten Angeboten, vorurteilsfrei, und ohne Pathologisierung beziehungsweise Diagnose niedrigschweillige Angebote in Form von Beratung, weiterweisen etc. initiieren müsste. Ich denke die Hemmschwelle sich an eine Klinik zu wenden ist groß, und nicht jeder Mensch mit möglichen pädosexuellen Neigungen möchte gleich "ein Fass aufmachen" und sich mit Medizin und Therapie beschäftigen. Wenn man davon ausgehen kann, dass sich die sexuelle Orientierung im Jugendalter herausstellt, bin ich der Meinung, dass Angebote im Sozialen Bereich , oder auch nur die Möglichkeit , sich bei Unsicherheiten an jemand wenden zu können eine Bereicherung darstellen könnte.....



Auch wenn ich nicht persönlich betroffen bin ( egal aus welcher Betrachtungsweise) habe ich mich mit Interesse mit der Thematik beschäftigt und sehe einen großen Handlungsbedarf für die professionelle Soziale Arbeit...

Da kaum oder keine Studien existieren, kann man sich allenfalls mit wissenschaftlichen Studien zu bereits begangenen Straftaten beschäftigen...

Da empfinde ich es als repräsentativer Menschen zu befragen ob Sie sich genügend, richtig ,ganzheitlich unterstützt und beraten fühlen- in Bezug auf die wenigen vorhandenen Angebote.

Yasemin66
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Beitrag von Yasemin66 » Mi 24. Jul 2019, 04:17

Aiko hat geschrieben:
Di 23. Jul 2019, 15:47
Wozu auch "präventive" Projekte?

Kannst du bitte mehr von dir und deiner Arbeit erzählen? Ich denke so könnte man noch viel differenzierter auf dich eingehen.
Hallo, mit präventiv meine ich 1) vorbeugend um Stigmata und Diskriminierung abzubauen, und 2) präventiv , beratend arbeitend um möglichen Straftaten vorzubeugen.

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Zidane
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Beitrag von Zidane » Mi 24. Jul 2019, 08:09

Yasemin66 hat geschrieben:
Mi 24. Jul 2019, 04:05
Da empfinde ich es als repräsentativer Menschen zu befragen ob Sie sich genügend, richtig ,ganzheitlich unterstützt und beraten fühlen- in Bezug auf die wenigen vorhandenen Angebote.
Im Kontext auf deinem Text, sowie im Kontext zu meiner Tätigkeit möchte ich die Antwort so formulieren:

Nein.
"Die meisten Menschen haben vor einer Wahrheit mehr Angst als vor einer Lüge" - Ernst Ferstl (1955)
"Zeit mit Kindern zu verbringen ist heilsam für die Seele." - Fjodor Dostojewski (1821-1881)

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