Statement vom SuH/GSA-Team zu den sogenannten Pedohuntern

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Statement vom SuH/GSA-Team zu den sogenannten Pedohuntern

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Statement vom SuH/GSA-Team zu den sogenannten Pedohuntern

In der letzten Zeit gab es wieder kontroverse Beiträge und Meinungen zu den sogenannten Pedohuntern. Sie selbst bezeichnen sich als Kinderschützer und wollen im Rahmen von Zivilcourage zum Schutz von Kindern vor potentiellen Missbrauchern aktiv werden.

Grundsätzlich unterstützen auch wir den Schutz von Kindern, wer würde das nicht?
Fragwürdig ist sicherlich das Verhalten einiger Mitglieder dieser Gruppen, welches sich nicht nur am Rand des legalen Verhaltens bewegt, sondern diese Grenze auch manchmal überschreitet. Aber die juristische Problematik ist nicht die einzige, die mit unseren Grundsätzen kollidiert. Auch der moralische und menschliche Aspekt ist uns sehr wichtig.

Was wir ganz entschieden kritisieren, ist der weitverbreite und bewusste Missbrauch des Begriffs „Pädophilie“.

Dieser Begriff wird vom Gesundheitswesen für eine diagnostische Einordnung von Menschen mit bestimmten belastenden Gefühlen (sich emotional und/oder sexuell von Kindern angezogen fühlen) oder sexuellen Handlungen mit Kindern benutzt.

Durch die oftmals undifferenzierte Darstellung in verschiedenen Medien wurde hauptsächlich der zweite Teil der Definition in der Gesellschaft präsent, doch jeder Mensch, der etwas mit der Thematik zu tun hat, kann die komplette Definition erfahren.

Wer nun wirklich seriös für den Kinderschutz eintritt, könnte diesen Tatsachen Rechnung tragen und seine Arbeit als das bezeichnen, was sie sein soll. Nämlich Kinderschutz durch Prävention, Verhinderung von Missbrauch durch tatgeneigte Personen oder (je nach Tätigkeitsfeld) mit einem passenden Namen der sich eben auf Täter bezieht und nicht auch Menschen einschließt, die diese pädophilen Empfindungen haben und verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität umgehen.

In den letzten Jahren tauchten nun mehr und mehr sogenannte „Pedohunter“ oder (auf deutsch) „Pädojäger“ auf.
Jeder denkende Mensch muss sich doch fragen, was das soll. Wozu soll diese Jagd gut sein? Eine (dem Namen nach) Jagd auf Menschen, die über bestimmte Gefühle verfügen, die die breite Öffentlichkeit gar nicht nachvollziehen kann?

Diese Jäger sagen uns, dass sie (potentielle) Täter jagen. Warum sagen sie das nicht öffentlich? Warum bestehen sie auf „Pedo-/Pädojagd“?
Der einzige uns erkennbare Grund ist die mediale Aufmerksamkeit.
Damit zeigen sie aber, dass ihnen diese mediale Aufmerksamkeit noch wichtiger ist als das genannte Ziel, der Kinderschutz.

Uns ist klar, dass es unter den pädophil empfindenden Menschen auch Missbrauchstäter gibt.
Je nach Statistik kann man sagen, dass 10% bis 40% der Täter pädophil sind.
Aber eben längst nicht alle Pädophile sind auch Täter. Diese Fakten werden von den Jägern total ignoriert. Ihr Name und Auftreten vermitteln bisher das Bild, als wären ihnen die 60% bis 90% nicht-pädophiler Menschen unter den Tätern egal und die vielen nicht-Täter unter den Pädophilen wären ebenfalls Missbraucher.

(Viele Menschen lassen sich unterschiedlichen Gruppen zuordnen. In all diesen Gruppierungen gibt es auch kriminelle Taten, also Täter. Käme jetzt irgendwer auf die Idee wegen dieser Einzelpersonen die ganze Menschengruppe als Verbrecher zu bezeichnen, hätte er schnell eine Menge Lobbyisten bis hin zu staatlichen Organen auf dem Hals.
Der Gruppe der pädophil empfindenden Menschen fehlt bisher diese Lobby, weil wir erst in der letzten Zeit langsam laut werden. Es reicht mit der Diskriminierung.)

Wir, als pädophil empfindende Menschen, leisten in unserer Arbeit einen beträchtlichen Beitrag zum Kinderschutz, zur Prävention von Missbrauch. Wir nehmen pädophil empfindende Menschen mit ihren Gefühlen an, ohne sie für ihre Gefühle zu verurteilen (Warum auch? Es sind Gefühle wie sie andere Menschen auch haben. Nur eben zu Kindern, was andere Menschen einfach nicht verstehen können oder wollen.) Wir zeigen diesen Menschen, dass sie nicht alleine sind, denn das Abdrängen in eine soziale Isolation vergrößert das Risiko von nicht-sozialen Handlungen. Wir versuchen den Menschen Hilfestellung zu geben, die sich bei ihren Gefühlen verlassen und hilflos vorkommen.
Versuchen den Menschen zu helfen, die Probleme mit ihrer Gefühlswelt haben.

Im Grund genommen haben wir und die sogenannten Pädojäger die gleichen Ziele: Kinder sollen ohne Angst und ohne Missbrauch aufwachsen können.
Unsere Tätigkeit beschränkt sich aufgrund unserer Zielsetzung auf den Personenkreis mit pädophilem/hebephilem Empfinden und deren Angehörigen.
Die Arbeit der Jäger bezieht sich auf den wesentlich größeren Bereich von potentiellen Tätern im Deliktbereich sexuellen Kindesmissbrauchs.

Eine Zusammenarbeit beider Gruppen ist unmöglich, solange diese Jäger nicht von ihrer bewusst stigmatisierenden Namensgebung abweichen. Sie wollen gegen Missbrauch arbeiten, missbrauchen dabei aber den Begriff Pädophilie, unter den auch wir fallen.
Wir haben uns diesen Namen nicht selbst gegeben, er ist eine medizinisch-wissenschaftliche Definition, unter die wir fallen.
Die „Pädojäger/Pedohunter“ haben sich ihren Namen frei ausgesucht. Beeinflusst von seiner medialen Wirksamkeit.

Da unsere Arbeit im Sinne des Kinderschutzes ist, können Gespräche mit anderen Kinderschützern stattfinden. So wie wir uns klar von Missbrauchstätern distanzieren, sollten sich jedoch auch Kinderschützer klar von einer „Jagd auf Pädophile“ distanzieren und auch begrifflich klarstellen, dass es um Täter geht, statt ihre Arbeit gegen Missbrauch auf einem Missbrauch des Begriffs „Pädophilie“ aufzubauen.
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