Therapeutin im Gespräch: So will sie Pädophile von Straftaten abhalten

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Sirius
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Therapeutin im Gespräch: So will sie Pädophile von Straftaten abhalten

Beitrag von Sirius »

https://www.watson.de/leben/interview/8 ... mment_6785

Bei der besagten Therapeutin handelt es sich um Sarah Allard, Mitarbeiterin bei der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V., das ein von der GKV anerkanntes Therapieprojekt für pädophile Menschen anbietet. In dem Interview behauptet Frau Allard einige echt haarsträubende Dinge.

Zunächst einmal beginnt Frau Allard damit, allen nicht kernpädophilen Menschen zu unterstellen, dass sie einfach nur unfähig sind eine sexuelle Beziehung auf Augenhöhe zu führen:
Man muss die Gruppen aber auch insgesamt unterscheiden. Nur etwa 10 bis 20 Prozent aller Pädophilen fühlen sich ausschließlich zu Kindern hingezogen und können ansonsten keine sexuelle Befriedigung erleben. Der Großteil, die anderen 80 Prozent, haben eher Probleme damit, sich jemandem auf Augenhöhe sexuell zu nähern. Sie schaffen es einfach nicht, Kontakt aufzubauen und Erwachsene zu beeindrucken und wenden sich daher an Kinder.
Diejenigen, die kernpädophil sind kommen aber auch nicht viel besser weg, da sie Frau Allard zu Folge ungeachtet der Folgen für die Kinder hartnäckig darauf bestehen, Sex mit ihnen haben zu wollen:
Die anderen, die als "kernpädophil" bezeichnet werden, müssen sich damit abfinden, dass sie ihre Sexualität nie ausleben werden können. Das zu vermitteln ist in der Arbeit nicht leicht, denn das wollen die natürlich nicht hören. Die wollen zwar nicht ins Gefängnis, aber auch nicht auf Sex verzichten.
Komplett legale Bilder erklärt sie ohne Weiteres einfach zur "Grauzone":
Oder sie schaffen sich eine Grauzone – und schauen sich Unterwäschebilder von Kindern in Katalogen an. Da haben sie das Gefühl, das täte keinem weh, es ist aber trotzdem problematisch.
Doch nicht nur Bilder sind problematisch für sie, auch schon Fantasien sind gefährlich und mit aller Kraft zu unterlassen – auch, bzw. gerade für kernpädophile Menschen.
In absoluten Härtefällen sagen wir, wenn es gar nicht anders geht, dann spiel' es in Gedanken durch, nur in Gedanken und nur selten. Das ist die allerletzte Option. Das ist auch nicht gut, weil es Glücksgefühle mit Kindesmissbrauch verknüpft. Man muss es dann aber leider in Kauf nehmen.
Und sie geht sogar noch weiter. Wenn sich Fantasien zu einem konkreten Kind aus der Umgebung entwickeln, soll der Betroffene Frau Allard zu Folge umgehend den Wohnort wechseln. Weigert er sich, das zu machen, dann wird er auch gegen seinen Willen beim Jugendamt gemeldet!
Aber wenn wir das Gefühl von akuter Kindswohlgefährdung haben, weil es zum Beispiel Fantasien zu einem bestimmten Kind im Umfeld gibt, sprechen wir natürlich eindringlich mit dem Betroffenen, damit er sich fernhält, unter Umständen zum Beispiel auszieht. Bleibt er uneinsichtig, wird im Zweifelsfall auch das Jugendamt informiert. Klar fühlen sich die Patienten dann verraten. Nach einer Weile sind sie meist aber doch dankbar.
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paswyas
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Beitrag von paswyas »

Nach einer Weile sind sie meist aber doch dankbar.
Vielleicht, weil sie in der neuen Wohnung die Gelegenheit haben, neue Kids kennenzulernen. Und weil der Abstand zu Frau Allard groß genug geworden ist, um bei der Krankenkasse einen Therapeutenwechsel zu begründen?
„Verletzlichkeit entsteht, weil du Absichten verfolgst und Bedingungen stellst. Wenn du dein Herz öffnest, bist du unbesiegbar.“

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Sirius
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Beitrag von Sirius »

Hehe, wahrscheinlich :mrgreen:
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Max
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Beitrag von Max »

Sirius hat geschrieben:
Do 11. Jun 2020, 12:37
Zunächst einmal beginnt Frau Allard damit, allen nicht kernpädophilen Menschen zu unterstellen, dass sie einfach nur unfähig sind eine sexuelle Beziehung auf Augenhöhe zu führen:
Hm, nun ja, eher bei kernpädophilen Leuten würde das ja zumindest technisch stimmen — sofern sie nicht selbst außergewöhnlich klein geraten sind. 😜

Okay, ich les jetzt erstmal den Artikel.
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Max
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Beitrag von Max »

Zunächst finde ich die Textherausstellung ganz am Anfang super unpassend: ohne den Zusammenhang zu nennen wird ein Satz ganz vom Ende des Artikels genannt. Er dürfte so als bezogen auf ALLE Pädophilen aufgenommen werden. Mit etwas Grips könnte man sich fragen „Moment, warum gibt es denn dann eine Therapie für diese Leute, wenn sie eh nix nutzt? Also muss das wohl nicht auf alle Pädophilen zutreffen“ aber wer denkt im ersten Moment so weit?
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Ich denke wir sollten uns zu diesem Verein mal im Team oder Vorstand unterhalten. Wenn das tatsächlich deren credo repräsentiert denke ich sollte man eher warnen vor diesen Leuten.

Was das froh sein angeht muss man aber auch bedenken, dass diese Erläuterungen gekürzt sein könnten. Es finden sich Hinweise in dem von Frau Allard zitierten, dass dies bei weitem keine Pauschalen Umgangsweisen sind, die Patienten so unter Druck zu setzen. Es ist etwa nicht gesagt, dass dafür das Kriterium „Fantasien mit Kindern im Umfeld haben“ allein ausreicht.

Außerdem kann Therapie auch eine Art Gehirnwäsche bewirken: wenn jemand mit entsprechender Fachkenntnis lange genug auf einen einredet und deren Haltung ist „selbst Fantasien sind schlecht“, dann kann ich mir gut denken, dass da Leute rausgehen und dankbar auch für toxische Aspekte der Therapie sind. Ich denke da nur an einen Mann, der mir gegenüber im Rahmen der KTW-Therapie wie völlig Hirngewaschen daherkam und Vorwärfe machte über eine Sache (in ähnlichem Zusammenhang).
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Mascha
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Beitrag von Mascha »

Wenn sie davon ausgeht dass 20% "Pädophile" weiblich sind, dann kann eigentlich nur gemeint sein, dass sie statt Pädophile eigentlich Missbrauchstäter*innen meint.

Wenn sie sich ausschließlich auf Sexualstraftäter*innen in diesem Sinne bezieht macht das was sie danach sagt möglicherweise Sinn.

Aber dass eine Psychologin pädophil mit Missbrauchstäter*in gleichsetzt ist schon ein starkes Stück und zeugt davon, dass sie sich nicht fortbildet.

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Mascha
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Beitrag von Mascha »

OmG... jetzt habe ich den Artikel gelesen.
Da purzelt ja allerhand durcheinander, nur eines ist gewiss:
lost9cat hat geschrieben:
Do 11. Jun 2020, 13:49
Vielleicht braucht die Therapeutin auch eine Weiterbildung (...)
Das braucht sie ganz definitiv.
Möglicherweise macht sie tatsächlich gute Therapien mit Straftäter*innen. Aber auf mich macht es den Eindruck, als ob sie nicht mal zwischen Ersatzhandlungstäter*in und pädophil unterscheidet. Wie sollte sie auch sonst auf eine Zahl von 20 % pädophilen Frauen kommen. Und wenn ich mir vorstelle, wie sie Menschen dazu bewegt, ihre Sexualität einfach gar nicht mehr zu leben, nicht mal in Fantasien, macht mich das wirklich wütend

Ich schätze, dass ihre Einstellung ganz gut die Überzeugung vieler Therapeut*innen nachzeichnet... und gleichzeitig auch, weshalb viele niedergelassene Psychotherapeut*innen keine pädophilen Klient*innen annehmen.

An dieser Stelle ist es doch gut, dass durch KTW Forschung betrieben wird die hoffentlich langfristig dazu führt, dass Therapeut*innen mehr Wissen zur Thematik haben und reflektierter sind.

Wobei ich befürchte, dass Menschen die nur mit Straftäter*innen arbeiten oder solchen, die wirklich auf dem Weg dahin sind, immer einen verzerrten Blick behalten werden.

"Der Frosch der im Brunnen sitzt beurteilt das Ausmaß des Himmels nach dem Brunnenrand."

Sirius
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Beitrag von Sirius »

Max hat geschrieben:
Do 11. Jun 2020, 14:54
Was das froh sein angeht muss man aber auch bedenken, dass diese Erläuterungen gekürzt sein könnten. Es finden sich Hinweise in dem von Frau Allard zitierten, dass dies bei weitem keine Pauschalen Umgangsweisen sind, die Patienten so unter Druck zu setzen. Es ist etwa nicht gesagt, dass dafür das Kriterium „Fantasien mit Kindern im Umfeld haben“ allein ausreicht.
Frau Allard hat letztes Jahr im Oktober schonmal ein Interview mit ka-news.de gegeben, das in die gleiche Richtung ging und das ich damals in meiner Sonntagskiste auf Kinder im Herzen kritisiert hatte.

Auch scheinen Pädophile für BIOS nichts anderes als potentielle Straftäter zu sein… der Verein nutzt etwa den schönen Begriff "Tatgeneigte" für menschen mit sexuellen Fantasien zu Kindern.
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Nelson
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Beitrag von Nelson »

[Mod: Fragwürdige Bilder entfernt]

picknickerin@ymail.de aka Julia Dombrowsky nutzt bestechende Fotos für ihre tollen Artikel.

"Wer sich nicht bewegt, spürt auch seine Fesseln nicht"
Auf ihrer Homepage. Toller Spruch!

Der Bericht über ihre Nambia-Reise bei der BZ ist toll.
Disclamer: Alles was ich schreibe gilt in dem Moment in dem es abgesendet wurde. Es drückt meine Meinung für diesen Zeitpunkt aus. Sollte ich Tatsachen beschreiben, so sind diese Ausdruck meiner zu der Zeit gebildeten Meinung.
leer

Sirius
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Beitrag von Sirius »

Interessant: ich bin gerade per Zufall auf eine Pressemitteilung von KTW gestoßen, in der sie sich ziemlich explizit von BIOS distanzieren. Besonders gut fand ich den Teil hier :D
Alle Anbieter, die im Rahmen des Modellprojekts gefördert und evaluiert werden, müssen einheitliche Qualitätsstandards erfüllen. Hierzu zählt laut den Fördergrundsätzen des GKV-SV eine umfassende Qualifikation der Therapeut*Innen im Bereich der Psychotherapie und Sexualmedizin/ Sexualtherapie. Letzteres ist beim Netzwerk „Kein Täter werden“ gegeben, BIOS e.V. kann diesen Standard nach eigener Aussage nicht erfüllen.
Zum fetten Teil: ich fürchte, das merkt man auch… :|
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