Deutschlandfunk: "Trotz Pädophilie kein Täter werden"

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Zidane
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Re: Trotz Pädophilie kein Täter werden

Beitrag von Zidane »

Was @Sirius sagt ist eine Wunschvorstellung, die auch ich hegte.

Nur ist es die Realität, dass
Sirius hat geschrieben:
Di 23. Okt 2018, 14:19
So wie es aktuell dargestellt wird ist es nämlich genau umgekehrt:
Hauptziel: weniger Kindesmissbrauch
Positiver Seiteneffekt: mehr Zufriedenheit für Pädos
Dies nicht nur eine Darstellung, sondern das reale Ziel ist, wofür die Finanzierung gesichert wird! Für das Andere zahlt keiner!
"Wenn zwei Menschen immer dasselbe denken, ist einer von ihnen überflüssig!" - Winston Churchill (1874 - 1965)
"Man kann in Kinder nichts hineinprügeln, aber vieles herausstreicheln." - Astrid Lindgren (1907 - 2002)

:)

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Gregor Samsa
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Registriert: Sa 29. Jul 2017, 23:51

Beitrag von Gregor Samsa »

Nun ich denke Zidane hat das gut erkannt denn wenn die ihre Projekte und Forschungen mit der Lebensqualität von Pädophilien begründen würden bekämen sie sicherlich nicht die Gelder für so ein Projekt.

Es muss in erster Linie um den Kinderschutz gehen sonst würde da keiner was zu geben.

Ob es ein paar Pädos besser geht und die positiven Nebeneffekte die dies mit sich bringt interessiert niemanden. So ist es wohl leider.
„Rebellion entsteht aus Hoffnung.“— Jyn Erso 

Pädophilie ist die Fähigkeit, in der Knospe schon die Schönheit der Blume zu erkennen, die andere erst bei vollem Erblühen wahrnehmen können.

Nelson
Beiträge: 517
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Beitrag von Nelson »

Ich vermute weiter, dass es an der Person und Profession der KTW-Division liegt.
Wenn es Therapeuten aus der Forensik sind oder Verhaltenstherapeuten, was interessiert die das Innenleben?
Disclamer: Alles was ich schreibe gilt in dem Moment in dem es abgesendet wurde. Es drückt meine Meinung für diesen Zeitpunkt aus. Sollte ich Tatsachen beschreiben, so sind diese Ausdruck meiner zu der Zeit gebildeten Meinung.
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Mascha
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Beitrag von Mascha »

Nelson, was Du schreibst ist mir auch schon aufgefallen. Man merkt, aus welchem beruflichen Hintergrund die einzelnen Akteure kommen. Wenn jemand wie z.B. Osterheider, der Leiter des KTW Standorts in Regensburg, jahrzehntelange Erfahrung hat mit der Therapie von Missbrauchstätern, dann macht einen das in dieser Hinsicht sicherlich zum kompetenten Experten, verzerrt aber den Blick auf Menschen mit pädophiler Neigung außerhalb des Kontextes von Straftaten - und das merkt man in der Art und Weise der Argumentation und Wortwahl.

In meinen Augen ist die Werdegeschichte von KTW an einigen Stellen holprig, aber das erklärt sich aus der Sache heraus. Ich glaube anders wäre es in unserer gesamtgesellschaftlichen Situation nicht einmal hier in Deutschland möglich gewesen.

Anfänglich stand der Missbrauchspräventions-Gedanke sehr im Mittelpunkt und das ganze Projekt wurde mit Mitteln aus dem Justizministerium finanziert, ergänzt durch Gelder von der Hänsel und Gretel Stiftung gegen sexuellen Missbrauch an Kindern. Eben genau für diesen Zweck: verhindern von sexuellem Missbrauch.

Seit ich glaube knapp 2 Jahren haben nun die Krankenkassen die Finanzierung des Projekts übernommen. Zunächst immer noch als ein Versuch auf Zeit. Damit ändert sich zwar die Logik, denn die Krankenkassen zahlen nicht für Prävention von Straftaten sondern für die Erhaltung und Verbesserung der physischen und psychischen Gesundheit ihrer Mitglieder.
Aber andererseits denke ich muss KTW immer noch sehr vorsichtig sein, was die Außendarstellung angeht, denn finanziell dauerhaft gesichert ist das Projekt noch nicht und schlechte Publicity (die gerade im Kontext der Pädophilie sehr leicht herzustellen ist) könnte immer noch dazu führen dass die Krankenkassen die Finanzierung wieder einstellen.

Und ich vermute stark, dass das der Hintergrund ist, weshalb da immer wieder so uneinheitliche und hier teils (in meinen Augen zurecht) als ärgerlich empfundene Dinge geäußert werden.

Dazu kommt, dass KTW ein Therapie- und Forschungsprojekt ist, das sich gar nicht an ALLE Menschen mit pädophiler Neigung wendet sondern explizit an die, die Angst davor haben Täter zu werden, die es schon geworden sind, aber damit nicht aufgefallen sind oder die, die Täter wurden, die Strafe schon verbüßt haben und sich sorgen, dass sie zum Wiederholungstäter werden könnten. Und/ oder Menschen die Missbrauchsdokumentationen nutzen zur Selbstbefriedigung und die davon loskommen wollen, es aber alleine nicht schaffen. Das Therapiemanual ist auf diese Ziele zugeschnitten.

Es gibt hier auch Menschen, die pädophil sind, die aber im Grunde ganz andere Probleme haben: Depression, Traumata, Sozialphobie etc. Für die ist KTW eher eine erste Anlaufstelle für Diagnostik und Beratung aber das eigentliche Therapieangebot passt dann nicht optimal.

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Buzz
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Beitrag von Buzz »

Mascha hat geschrieben:
Fr 2. Nov 2018, 10:43
Es gibt hier auch Menschen, die pädophil sind, die aber im Grunde ganz andere Probleme haben: Depression, Traumata, Sozialphobie etc. Für die ist KTW eher eine erste Anlaufstelle für Diagnostik und Beratung aber das eigentliche Therapieangebot passt dann nicht optimal.
Ich wäre so ein Fall und wer hilft mir?
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Mascha
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Beitrag von Mascha »

Buzz hat geschrieben:
Fr 2. Nov 2018, 10:51
Ich wäre so ein Fall und wer hilft mir?
Das ist eine absolut berechtigte Frage auf die man heutzutage leider (noch) nicht so einfach eine Antwort finden kann.
Zuständig sind im Prinzip alle Psychotherapeut*innen. Aber leider hat ein erschreckend hoher Prozentsatz von diesen die gleichen stigmatisieren Einstellungen wie der Rest der Bevölkerung. Es ist also mit Glück möglich eine gute Therapeutin oder einen guten Therapeuten zu finden, aber wenn man Pech hat macht man bis dorthin viele ärgerliche und verletzende Erfahrungen, die einen nicht weiterbringen.

Das darf natürlich nicht so bleiben. Meine Hoffnung ist, dass die Existenz von KTW als erster Schritt, die Öffentlichkeitsarbeit die dort, aber auch von Menschen hier gemacht wird, die wenigen, aber immerhin vorhandenen mutigen Journalist*innen, die sich dem Thema vorurteilsfrei widmen, dazu beitragen, dass sich die Haltung gegenüber der sexuellen Neigung Pädophilie gesellschaftlich entspannt. Dass das auch Eingang findet in die Ausbildung von Therapeut*innen.
Und dass es in einer mehr oder weniger fernen Zukunft nicht mehr so schwierig ist, als Mensch mit pädophiler sexueller Orientierung eine gute Psychotherapie zu finden.

Bis dahin muss man wohl auf sein Glück hoffen und hat nur die Chance, in Foren wie diesem hier sich Tipps zu geben. Einige hier haben auch gute Erfahrungen gemacht und können da vielleicht Adressen weitergeben.
Und es existiert im internen Bereich eine Liste von Adressen und Links, die auch weiterhelfen kann. Auch KTW hat eine Liste von Therapeut*innen, die in der Thematik, aber nicht innerhalb des Netzwerks arbeiten.

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Buzz
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Beitrag von Buzz »

Weist du was mich im Bezug auf KTW erstaunt hat?
Mein Einführungsgespräch hat mit Beier stattgefunden und ich hab ihm gesagt das ich Opfer bin und folglich auch ausschließlich auf Kinder fixiert. Noch bevor ich ihn gesagt habe das ich eigentlich nur mit sekundären Geschichten wie Depression und Trauma zu kämpfen habe hat er mich schon gefragt ob ich denn nicht bereit wäre Medikamente zu nehmen. Ich saß erstmal innerlich sprachlos da. Ich dachte mir was hat dieser Mensch da gerade gesagt? Ich soll Medikamente nehmen und das nach nicht mal fünf Minuten Gespräch. Als ich ihm dann gesagt habe das ich weder Probleme mit Pornographie habe und seit meinem 16 Lebensjahr beschlossen habe keinen Sex zu haben (und nebenbei auch gar keinen Antrieb dafür habe weil sich meine Beziehung zu Kindern auf ganz anderen Arten zeigen) hat er mir gesagt was ich denn dann überhaupt von ihm wolle. Ich hätte kein Problembewusstsein und man könne nichts für mich tun. Der Mensch hat also von mir erwartet das ich ihm sage das ich unter der Angst leide mal übergriffig zu werden, das ist aber nicht der Fall. Sprich keine Hilfe ohne das ich mich zu einem Problemfall mache der ich nicht bin.

Mal ganz nebenbei gesagt finde ich Beier auch als Person äußerst unangenehm, da geht eine Kälte von dem Mann aus die mich abstößt. Sein Kollege Ahlers ist nicht viel anders.
Ich erwarte da keine Freunde zu finden aber mit solchen Typen eine vetrauensvolle therapeutische Beziehung aufzubauen ist mir unmöglich.

Was Ahlers für einer ist sieht man hier:
https://www.youtube.com/watch?v=LJt8LjbLxws

Beier hier:
https://www.youtube.com/watch?v=KUdGl6fqnA4
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Aiko
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Beitrag von Aiko »

Sind beides Fachidioten und mir verlaub Arschlöscher.

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Buzz
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Beitrag von Buzz »

Aiko hat geschrieben:
Fr 2. Nov 2018, 11:37
Sind beides Fachidioten und mir verlaub Arschlöscher.
Ja das war und ist genau der Eindruck den ich von beiden gewonnen habe, leider gibt es im therapeutischen Bereich kaum Ansprechpartner. Die meisten Psychologen haben das Thema im Studium mal gestreift haben aber eigentlich null Ahnung davon und die, die ausreichend gebildet sind werden nicht von der Krankenkasse übernommen siehe zum Beispiel "Kind im Zentrum".
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Mascha
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Beitrag von Mascha »

Hast du mit Kind im Zentrum gute Erfahrungen gemacht? Ich war da auch mal in einer Beratung in einem leicht anderen Kontext und fand es tatsächlich gut.

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