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Max
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Re: Suche Menschen die mir helfen können...

Beitrag von Max »

SeelenKnacks hat geschrieben:
Di 26. Jan 2021, 23:13
Dazu habe ich eine Frage die mich schon lange beschäftigt:
Wo fängt Missbrauch an?
Gute Frage! Sehr gute Frage! Ich denke du hast sie anderswo schon separat gestellt, dort schreib ich noch was dazu.
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Max
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Beitrag von Max »

Hallo Rokets

Wow, ich habe es erstmals geschafft an die Grenze für die Länge von Beiträgen zu stoßen! Ha! Na gut, dann muss ich ein bisschen was „auslagern“.

Kleine Nebenfrage: bezieht sich dein Nutzername eigentlich auf englisch für „Raketen“?

Es ist schon vieles gesagt worden aber manchmal ist es gut, dasselbe aus noch einer Perspektive und in einer weiteren Ausdrucksweise zu hören/lesen. Ich habe versucht auch ein paar der Formulierungen, die im ersten Moment als hart bis verletzend oder irritierend bei mir ankamen, möglichst versöhnlich zu betrachten und auch so drauf zu antworten.
rokets hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 03:20
gut das es diesen Austausch hier gibt und das ihr versucht gegen das was in euch ist anzukämpfen. Dafür meine Hochachtung. Wirklich. Dafür habt ihr alle meinen größten Respekt.

Dankeschön!
Danke für die Blumen. Ja es ist unser Ziel, Austausch und Selbsthilfe zu ermöglichen. Und seine Sexualität so zu handhaben, wie es im Fall von Pädophilen Menschen nötig ist, verdient Respekt. Gleichzeitig ist es auch selbstverständlich keine Übergriffe irgendeiner Art zu begehen. Es ist ein zweischneidiges Schwert allein schon, wie man es ausdrückt. Viele, die schon Jahre der Entwicklung hinter sich haben würden es nicht mehr als „gegen etwas in mir drin ankämpfen“ bezeichnen, da es dazugehört diesen Teil von sich zu akzeptieren und als zugehörig zu einem selbst anzunehmen. Das nicht-ausleben ist dann kein Kampf „gegen etwas“ mehr sondern ein normaler Teil des Lebens. Wie die allermeisten Menschen irgendwelche sexuellen (oder andere) Fantasien und Regungen haben, die sich nicht immer und überall so ausleben lassen, wie momentan vielleicht gerne würde.
Wieviele ätzende Nachbarn wären sonst schon erschossen worden? 😉

Man kann dies alles trotzdem als ein „kämpfen gegen“ definieren aber es ist auf lange Sicht für die Betroffenen idR nicht hilfreich.
rokets hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 03:20
Hallo. Es ist für mich einfach nicht logisch nachvollziehbar warum ihr alle so eine Neigung habt. Und warum einige von euch diese ausleben und so Menschenleben zerstört.
Wie es Caspar und Frank schon geschrieben haben: Sexualität ist etwas was auch in anderen Zusammenhängen mit Logik nicht gut zu greifen ist. Viele Menschen scheinen zu erleben, dass sie Sexualpräferenzen, die sie selbst nicht haben, als absurd oder gar abstoßend erleben — und erst recht nicht verstehen können. Ich frage mich, was eine Hetero-Frau an männlichen Muskeln und einem Penis finden mag. Eine gewisse Schönheit kann ich darin mit etwas Mühe auch erkennen, aber keinen Funken sexueller Attraktion. Wenn ich allerdings an schicke Bauchmuskeln bei Frauen oder Mädchen denke ist das was ganz anderes. Wie soll ich jemandem logisch nahebringen, was genau ich an einem Kinderkörper attraktiv finde? Ich kann Worte aussprechen und beschreiben aber nicht verständlich machen oder Logik (für den anderen) reinbringen.

Und wenn ich von Verbrechen an Kindern höre, dann bleibt mir die Spucke weg. Es taucht ein Gemisch aus Trauer und Wut auf. Eine so furchtbar tiefe Trauer, dass ich mich manchmal davor schützen und abschotten muss, sie ganz zu empfinden. Eine Wut auf den Arsch, der das getan hat. Hauptsächlich, weil er einem Kind absichtlich bösartig wehgetan hat, und zu einem kleineren Teil auch, weil er mein Image beschmutzt. Das Image von jedem von uns auf die seine Tat wieder zurückfallen wird. Darauf, wie seine Tat das Stigma unter dem wir leiden (und das solche Taten auch begünstigt) bestärkt.

Und ein Unverständnis taucht auf. Die anderen haben es schon erwähnt aber ich möchte hierauf weiter eingehen: für mich ist es ein tiefer Schmerz im Herzen zusammen mit der brennenden Frage „Warum? Wie konntest du das tun?“ — egal ob ein Täter pädophil war oder nicht, er muss (wenn er nicht so schwer psychisch gestört war, dass er andern gegenüber praktisch gefühllos ist) dazu das Kindchenschema überwunden haben. Das Kindchenschema sorgt (grob gesagt) ja dafür, dass wir Menschen automatisch schützen, was kindlich wirkt. Das muss ein Täter schon mal übergehen. Fast jeder Pädophile wird zugeben müssen, dass er in irgendeiner Form gern die kleinen Genitalien von Kindern gern anfassen oder irgendwas damit machen würde. Aber will ich dafür alles andere aufgeben und zerstören, was mir sonst am Kontakt zu diesem Kind wichtig ist? Die Unversehrheit dieses Kindes? Vertrauen (und jahrelang gewachsene Vertrautheit womöglich)? Will ich das weitere Leben dieses Kindes massiv schädigen, ihm (ganz banal gefragt) wehtun?
Ich kenne darauf nur EINE Antwort: NEIN!!!
Aber wie kommt ein Täter dazu das doch zu tun? Ist es so einfach, dass er sich schlicht an einem Punkt, wo es noch nicht so dramatisch wirkte, anders entschieden hat? Ist es Selbstsucht? Kann jemand aus Selbstbetrug dazu kommen all diese Konsequenzen nicht zu sehen? Kann man sich so sehr selbst was vormachen? …

Das sind Fragen, die wie nach anderen schlimmen Verbrechen, ein Gefühl von Angst und Unsicherheit erzeugen. Ein flaues Gefühl im Magen und mehr. Es ist für viele Menschen nicht nachvollziehbar, warum jemand, der genauso Mensch ist wie sie selbst, soetwas überhaupt fertig bringt.

Ich weiß nicht und begreife auch nicht, wie einige von uns sowas schaffen zu tun. Für mich ist letzten Endes aber nur wichtig, wie ich diese Fragen von vorhin beantworte: Nein!!! Mir ist das andere alles viel viel viel wichtiger als diese dumpfe hypothetische Sehnsucht mal ein Mädchen so anfassen zu können.
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Max
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Beitrag von Max »

rokets hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 03:20
Ich bin nicht der sich hier erklären muss. Sondern ihr solltest das tun. Alleine darum um in dieser Gesellschaft nicht mehr als krank oder pervers abgestempelt zu werden.
Hört sich böse an aber irgendwo ist das korrekt: die Gesellschaft versteht deine, rokets Seite, viel besser als unsere. Wir „müssen“ zwar nicht moralisch erklären aber praktisch schon. Wozu ist SuH denn da? Genau dafür, weil es genug Menschen gibt, die die Problematik noch nicht verstehen und zu wenig Leute, die das tun, was wir tun, und es erklären. Aufklären.
rokets hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 03:20
keine Tools haben um ihre Neigung nicht doch auszuleben.
Siehe oben: brauchst du spezielle „Tools“ um was auch immer deine sexuelle Vorliebe ist nicht in ungebührlicher Weise auszuleben? In gewisser Weise braucht die (je nach Definition) entweder jeder gesunde Mensch oder gar keiner.
rokets hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 03:20
Mir macht das Angst. Und große Sorgen. Mich macht es rasend traurig und auch wütend wenn ich mir einige Aussagen hier durchlese.
Kann ich verstehen. Kann ich absolut verstehen! Und es ist okay. Gefühle sind okay. Und wenn du das Bedürfnis hast manche dieser Sachen zu diskutieren — dafür ist dies ein Forum. Nur respektvoll sollte man dabei bleiben, weil ohne Respekt keine gutartige Diskussion möglich ist. Und außerdem, weil wir Hilfe bieten wollen für Leute, denen es auch so schon nicht so gut geht. Da schreckt ein aggressiver Ton eher ab.
Was macht dich denn traurig oder wütend?
rokets hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 03:20
Dennoch würde ich gerne wissen wie man Kinder besser schützen kann. Das würde mir bei meiner Präventionsarbeit echt helfen.
Dann lass uns das betrachten. Einige Punkte wurden schon genannt. Ich finde dabei drei besonders wichtig: Kindern ein gesundes Selbstwertgefühl und Vertrauen in ihre eigenen Gefühle beizubringen. Zusammen mit dem Mut was sie für wichtig empfinden auch anzusprechen. „Halt“ zu sagen, wenn sich etwas bedrohlich oder „falsch“ anfühlt etc. Dazu gibt es endlose Ratgeberbroschüren.

Und zweitens Aufklärung: die Bilder eines Buhmannes, des Bösen als nicht menschlich usw. helfen nicht weiter. Auch keine wütenden bösartigen Fantasien gegenüber „Pädophilen“. Aufklärung nicht nur der Kinder sondern aller anderen auch.

Und ein dritter Punkt: aufhören Sexualität als etwas Übermächtiges zu glorifizieren oder worauf man ein Recht hat oder ohne was ein Leben gar nicht lebenswert wäre. Ich denke, das tut unserer Gesellschaft nicht gut, das sind auch Extreme. Aber das ist ein hochkomplexes Thema für sich.
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gast

Beitrag von gast »

"gern anfassen oder irgendwas damit machen würden"

Geht es immer nur um Vergewaltigung?
Was ist mit der anderen Art von Missbrauch?
Kontakte aufbauen oder pflegen um seine "Bedürfnisse am Kind" zu befriedigen (z.B. Nachhilfe, Vereinstätigkeit...)?
Ist das dann in Ordnung nur weil dem Kind dabei "nicht wehgetan" wird oder es nichts von den Beweggründen weiß?
Ist das nicht auch eine Art von Missbrauch?

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Max
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Beitrag von Max »

Oh, Gast, da hast du mich falsch verstanden. Ich meine, dass es der Kern dessen ist, was Pädophilie ausmacht, sexuelle Empfindungen und Bedürfnisse Kindern gegenüber zu haben. Das wollte ich damit ausdrücken. Natürlich beginnt Missbrauch weit vor einem „untenrum anfassen“ oder ähnlichem. Aber das ist, wie gesagt, eine sehr komplexe eigene Thematik, zu der es einen separaten Thread im öffentlichen Bereich gibt.

Die kurze Antwort aus unserer Sicht ist: eine sehr praktische Arbeitsdefinition für Übergriff bzw Missbrauch ist „eine sexuell motivierte Handlung“ — sprich alles, was gemacht wird, um sexuelle Reize zu empfinden.

Jede zwischenmenschliche Beziehung efüllt allerdings irgendwelche Bedürfnisse und die sind nicht alle sexuell. Also wenn du ein Kind „benutzt“ damit es dir Bedürfnis XY erfüllt, dann ist das problematisch, aber das macht nicht generell Dinge wie Nachhilfe, Vereinsarbeit und private Kontakte zu Kindern zu etwas schlechtem. Es kommt (sofern es um normal-zwischenmenschliche Aktivitäten und nicht gerade Sexualität geht) darauf an, wozu man es tut und inwiefern es wie normale gute Dinge im Leben allen Beteiligten gut geht damit oder einzelne andere ausnutzen für irgendwas.
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garst

Beitrag von garst »

Max hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 21:01
Die kurze Antwort aus unserer Sicht ist: eine sehr praktische Arbeitsdefinition für Übergriff bzw Missbrauch ist „eine sexuell motivierte Handlung“ — sprich alles, was gemacht wird, um sexuelle Reize zu empfinden.
Sexueller Missbrauch = alles, was gemacht wird, um sexuelle Reize zu empfinden.

Oki. Aber nur so aus Interesse, wie definiert man dann Missbrauch allgemein? Nicht spezifisch den sexuellen Missbrauch?

..... Missbrauch = alles, was gemacht wird, um Reize zu empfinden.

Ne, moment. Das ist ja komisch. Das kann ja nicht sein.

Bei Missbrauch allgemein scheint man irgendwie eine ganz andere Definition zu brauchen. Sexueller Missbrauch scheint sich irgendwie ganz anders zu definieren als Missbrauch allgemein.

Wie merkwürdig.

Gast

Beitrag von Gast »

@ Mitleser
"was ich wollte, war Kuscheln, Streicheln und Küssen - also Dinge, die man - bis auf sehr intime Berührungen - ohne weiteres auch mit Kindern tun kann."

"aber wenn man ein Kind schon eine Weile näher kennt, halte ich das für unproblematisch, wenn das Kind bewusst meine Nähe sucht."

Wolltest du oder hast du das so gehandhabt?
Warum hat das Kind deine Nähe gesucht?
Wenn du auf diese Frage eingehen magst.

Ana

Beitrag von Ana »

@rokets
Hast du bei all dem geschriebenen hier Antworten auf deine Fragen gefunden?

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Mitleser
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Registriert: Mi 23. Jan 2019, 20:19

Beitrag von Mitleser »

Gast hat geschrieben:
Mi 27. Jan 2021, 22:40
@ Mitleser
"was ich wollte, war Kuscheln, Streicheln und Küssen - also Dinge, die man - bis auf sehr intime Berührungen - ohne weiteres auch mit Kindern tun kann."

"aber wenn man ein Kind schon eine Weile näher kennt, halte ich das für unproblematisch, wenn das Kind bewusst meine Nähe sucht."

Wolltest du oder hast du das so gehandhabt?
Warum hat das Kind deine Nähe gesucht?
Wenn du auf diese Frage eingehen magst.
Ja, ich habe schon Kinder geknuddelt, ihnen den Rücken gekrault und sie an Armen und Beinen gestreichelt - und wenn ich aufgehört habe, sagten sie ganz oft "Mach weiter!" Falls ihnen mal eine Berührung unangenehm war, weil es zu sehr gekitzelt hat oder so, dann haben sie kurzerhand meinen Arm weggeschubst, dann habe ich diese Stelle halt ausgespart. Ein Mädchen meinte immer "Du hast soooo weiche Hände, viel weicher als die von meiner Mama!", das fand ich süß. :)

Tja, warum die Kinder meine Nähe gesucht haben, musst Du sie wohl selbst fragen, aber ich denke, sie haben mich einfach sehr gerne gehabt. Ich habe mit ihnen gespielt, war immer freundlich zu ihnen und nie genervt. Oft wollten sie mich partout nicht gehen lassen, wenn ich sie besuchte, und sich die Zeit dem Abend zuneigte. Ich habe ihnen die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie gesucht haben, da kamen sie ganz von alleine zu mir. Sie konnten sie sich auf mich verlassen, und ich habe ihr Vertrauen nie enttäuscht, das wussten sie bestimmt zu schätzen.
Aufgrund gewisser Vorfälle werde ich meine aktive Teilnahme an GSA vorerst einstellen. Ich habe immer versucht, Brücken in der Gemeinschaft der pädophilen Menschen zu errichten und betont, mögliche Differenzen hintenan zu stellen, und stattdessen gemeinsam auf ein Ziel hinzuarbeiten. Dass diese Bemühungen fortwährend mit Füßen getreten werden, ist wirklich eine herbe Enttäuschung. :(

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Mascha
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Registriert: Sa 6. Mai 2017, 07:55

Beitrag von Mascha »

Wegen der Zeichenzahl habe ich diesen Beitrag in 3 kürzere gestückelt...

Teil 1
Mich beschäftigen ähnliche Fragen wie Dich, roket, und ich bin fast seit Beginn dieses Forums Mitglied, nachdem jemand aus meinem Freundeskreis wegen Missbrauch angezeigt wurde.

Ich habe mit vielen Leuten von hier und einigen aus anderen Foren gesprochen, weil auch ich "verstehen" wollte. Auch mit einigen Tätern habe ich gesprochen und Fachveranstaltungen besucht.

Einige wichtige Erkenntnisse, die ich gewonnen habe - ich liste auch die, die andere bereits erwähnt haben, mit auf:

- Missbrauch wird nur zum kleineren Teil von Menschen begangen, die eine pädophile Neigung haben, die also sexuell ausgerichtet sind auf kindliche Körper vor der Pubertät und die sich meist auch romantisch in Kinder verlieben können. Der größere Teil der Täter zählt zu den sogenannten "Ersatzhandlungstätern", denen es nicht um (falsch verstandene) Liebe geht, sondern um das Ausüben von Macht zur sexuellen Befriedigung - oder eben einfach darum, seinen sexuellen Trieb überhaupt auszuleben. Kinder dienen hier nur als Ersatz für das frustrierte (meist männliche) Ego, denn sie sind leichtere Beute als Erwachsene. Diese Menschen wirst Du hier im Forum aber kaum finden. Ihre Motivation eher zu vergleichen mit der anderer Sexualstraftäter*innen und sie sind nicht pädophil.

- Missbrauch hat viele Gesichter und man muss konkret werden, um sicher zu gehen, dass man auch über das gleiche redet. Teils wird von Missbrauch nur dann gesprochen, wenn eine physische oder verbale Gewalttat im Sinne von Drohungen oder Verletzungen vorliegt. Es gibt Foren von Pädophilen (nicht dieses hier), in denen nicht wenige davon überzeugt sind, dass man eine Trennlinie ziehen kann zwischen dieser Form von Gewalt und (angeblich) einvernehmlichen, gewaltfreien und (scheinbar) vom Kind gewollten sexuellen Handlungen. In Wahrheit kann es natürlich keine Einvernehmlichkeit geben über etwas, wovon Kinder noch gar keinen Begriff haben und das Machtungleichgewicht zwischen Erwachsenem und Kind verschwindet nicht durch ein Gefühl von Verliebtsein.

- Aus Gesprächen mit einigen pädophilen Missbrauchstätern habe ich den Eindruck mitgenommen, dass der Begriff "Wahrnehmungsverzerrung" ganz gut das ausdrückt was die Ursache solcher Taten ist. Da ist meist ein bis über beide Ohren in ein Kind verliebter Erwachsener, der "vor Liebe blind", bereit ist, jedes Anzeichen von Zuneigung dieses Kindes in seiner Lesart als "Liebesbeweis", als Erwiderung seiner eigenen Gefühle, zu interpretieren. Und auf der anderen Seite ist oft ein Kind, das zuhause emotional vernachlässigt oder sogar misshandelt wird, das in besonderer Weise offen dafür ist, eine neue Bezugsperson anstelle der Eltern zu finden.

- Meist sind solche Erwachsenen schon lange in pädophilen Gruppen und Echokammern unterwegs, in denen man überzeugt davon ist, dass eine gewaltfreie, einvernehmliche Sexualität mit einem Kind möglich ist, wenn man langsam vorgeht und sensibel ist für die Reaktionen des Kindes. Oft bekommen die Menschen selbst gar nicht mit, an welchen Stellen sie das Kind eigentlich psychisch manipulieren, indem sie z.B. Neugier auf Sexuelles wecken (das Gespräch über Selbstbefriedigung suchen, "lass mal nen coolen Porno zusammen gucken" oder ähnliches), indem sie mit großen Geschenken, tollen Ausflügen oder extra viel Aufmerksamkeit aufwarten und mit Enttäuschung oder Liebesentzug strafen, wenn sich das Kind z.B. doch für eine Unternehmung mit jemand anders entscheidet. Nicht selten sind diese Erwachsenen sexuell gar nicht auf Penetration aus, sondern auf andere Formen von sexuellen Berührungen ("nur streicheln"; "nur küssen") und reden sich das dann schön als "kindgerecht". Das Kind wird über einen längeren Zeitraum in eine emotional intensive "Beziehung" zu dem Erwachsenen hineinmanövriert, die Übergänge vom emotionalen zum eigentlich sexuellen Missbrauch sind dann oft fließend. Dem Kind dämmert es oft erst, was mit ihm geschehen ist, wenn es älter wird und ein eigenes Verständnis von Sexualität und damit verbundenen Werten entwickelt. Viele geben sich dann auch noch selbst die Schuld, denn sie haben ja (scheinbar) "freiwillig mitgemacht". Diese Form von Missbrauch ist seelisch oft schwerwiegender in seinen Folgen als eine Gewalttat durch einen Unbekannten, denn das Vertrauen in Menschen wird zutiefst beschädigt und es ist schwer, sich von dem Gefühl eigener Schuld zu befreien.

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